You are currently browsing the tag archive for the ‘Zeit’ tag.

Eigentlich wollte ich nur etwas Zeitung lesen. Online stöbern in den Nachrichten des Tages – wie immer halt. Gestolpert bin ich dann über einen Artikel bei Spiegel-Online: Gefälschte Zeit – mit freundlichen Grüßen von Attac. Einen kurzen Moment dachte ich, ich habe mich verlesen. Aber nein! Was für ein genialer (Guerilla-Marketing-)Schachzug. Schade nur, dass die Attac-Seiten seit Stunden down sind. Mit so großer Resonanz in den neuen und alten Medien haben die Macher wohl nicht gerechnet. Zum Glück wurde ich über Twitter mit einem Link zur Fake-Zeitung versorgt. Voilà:

Werde jetzt noch etwas zur Medienresonanz recherchieren. Finde die Aktion ungemein spannend… zumal sich mein Seminar im Wintersemester 2009/2010 mit Web 2.0 und Non-Profit-PR auseinander setzen wird. Habe das Thema erst gestern festgelegt. Wie passend.

Update 23.03.2009: Eine exemplarische Übersicht zur Medienresonanz findet sich inzwischen direkt bei Attac.

Werbeanzeigen

Was ist Zeit? Nicht erst seit dem gleichnamigen Seminar von Klaus Mainzer haben sich viele MuK-Studierende mit der Frage auseinander gesetzt, was Zeit für das eigene Leben bedeutet und wie sich diese konstruiert. Denn Zeit scheint eines der bestimmenden Themen der Moderne geworden zu sein. So trifft man oft Menschen, die keine Zeit haben oder (neudeutsch) busy sind und ihren Zeitmangel auf diese Weise öffentlich zur Schau stellen. Nicht selten begegnet man sogar Menschen, bei denen Zeitmangel mit hohem Engagement gleich gesetzt und folglich ein ganz neuer Wert in einer arbeitenden Gesellschaft geschaffen wird. Generell fällt auf, dass gerade Berufe unsere Zeit prägen; sie bestimmen den Tagesablauf und sorgen mehr und mehr dafür, dass Grenzen von Arbeit und Frei(Achtung!)Zeit verschwimmen. Die technologische Entwicklung tut ihr übriges; mit größer werdender Vernetzung steigt der Anspruch an Allseitserreichbarkeit und permanenter Verfügbarkeit, aber auch an einen hohen Grad an Informiertheit und Auseinandersetzung mit der globalen Welt. „[…] grosse Kontinuitäten sind zunehmend die Ausnahme, in diesem Sinne heißt Globalisierung auch im Alltagsleben Wechsel, Flexibilisierung, Stress und Suche nach Entlastung. Die festen Orte verschwinden, wenigstens solche, die auf eine ganze Lebensspanne hin berechnet sind.“ (Oelkers, 2000, S. 4)

Zeitökonomie

Wenn sich (Achtung!) Zeiten ändern, stellt sich folglich auch die Frage nach dem Umgang mit der uns verbleibenden Zeit:

  • Wie viel Zeit darf ich mit welchen Aktivitäten verbringen?
  • Wie bewusst darf (oder muss?) ich mir Freizeit gönnen?
  • Wie schaffe ich es, meine Zeit möglichst selbstbestimmt einzusetzen?
  • Gibt es einen reflexiven Umgang mit Zeit?

Ohne Zweifel gibt es Unterschiede in der Wahrnehmung von Zeit: Mal vergeht sie langsam, mal vergeht sie schnell. Ich würde jetzt nicht so weit gehen und das Zeitempfinden von der Art der kognitiven Verarbeitung des Erlebten abhängig machen. Wohl aber kann man Pöppel (1999) zustimmen, wenn er sagt: Entscheidend sind die Inhalte des Erlebens, nicht die formale (eben zeitliche) Struktur der Repräsentation. Denn Zeit im Sinne von Uhrzeit, Tages- und Nachtzeit, Arbeitszeit etc. bietet allem voran eine Orientierung, an der sich Menschen im Laufe ihres Lebens entlang hangeln (können). Kurios wird es in dem Moment, wenn die Verdichtung von Zeit zur Vergleichzeitlichung führt. Multitasking ist hier das richtige Stichwort. Schnell das eine machen, nebenbei das andere und ganz nebenbei noch etwas anderes.

Selbstbestimmung adé?

Problematisch wird die Auseinandersetzung mit der Zeit vor allem dann, wenn Zeitordnungen auch als Machtordnungen verstanden werden (vgl. Heitkötter & Schneider, 2004, S. 19). Spätestens an dem Punkt bemerkt man, dass man zumindest in beruflicher Hinsicht oft am längerem Hebel sitzt. Selbstbestimmung oder besser noch: Selbstbildung adé. Aber die Lösung naht (zumindest theoretisch): „Zukunftsfähige Zeitkonzepte sind darauf ausgerichtet, den Menschen zum selbstbestimmten Umgang mit ihren zeitlichen Ansprüchen und Anforderungen zu befähigen, die oft beschworene Balance zwischen Arbeit und Leben wirklich zu ermöglichen.“ (Deutsche Gesellschaft für Zeitpolitik, S. 19) Irgendwie fasst diese Forderung auch die zentrale Erkenntnis unseres mentalen Ausflugs am letzten Freitag bestens zusammen: Berufe prägen unsere Zeit. Aber wir wollen auch Freizeit!

Kategorien

Archive

Sandra @ Twitter

Werbeanzeigen