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Deutsche Bank Research hat vor kurzem eine Studie zu Enterprise 2.0 herausgegeben, die aufgreift, ob und wie Unternehmen auf das Web 2.0 reagieren. Ich finde das Thema aus unterschiedlichen Gründen spannend, insbesondere auch deshalb, weil man am Beispiel Web 2.0 eindrücklich zeigen kann, wie sich die Organisationsform von Unternehmen auf ihre Reaktionsfähigkeit auf (offenbare) Innovationen auswirkt und welche Rolle dabei die spezifische Größe der Organisation spielen kann. Gleichzeitig führt die Thematisierung der Lern- und Entwicklungschancen mit und durch das Web 2.0 eine bereits ältere Diskussion zu tage, die Mitte/Ende der 1990er Jahre unter dem Begriff Informations- und Wissensmanagement geführt wurde und dessen Aktualität so nochmals unterstrichen wird, auch wenn alte Begriffe inzwischen abgelöst oder durch andere Begriffe/Konzepte ersetzt werden (für einen tieferen Eindruck zur Geschichte des Wissensmanagements lohnt sich auch ein Blick in einen Überblicksartikel von Gabi und Heinz Mandl).

Die aktuelle Studie von Deutsche Bank Research ist nun deshalb hilfreich, weil sie in wenigen Worten und praxistauglich zusammenfasst, was das Web 2.0 im Kontext von Unternehmen leisten kann und wo potenzielle Grenzen des Einsatzes liegen. Auch wird differenziert aufgegriffen, unter welchen Bedingungen man von Enterprise 2.0 sprechen muss – nämlich immer dann, wenn die Verwendung von Social Media einen direkten Einfluss auf die Geschäftstätigkeit hat. Richtig finde ich in diesem Zusammenhang auch, IKT- und Medienunternehmen aus der Betrachtung des Status quo von Enterprise 2.0 herauszunehmen, da man hier – beschleunigt durch das Internet – zu ganz neuen Geschäftsmodellen kommt. Die Relevanz von Web 2.0 für Unternehmen wird – mit Blick auf traditionelle Unternehmen – auf wenige Kernpunkte reduziert, die ich durch die theoretische Beschäftigung mit dem Thema und durch ein paar eigene Expertisen für die Web 2.0-Nutzung im organisationalen Kontext durchaus unterstreichen kann:

  • Das Web 2.0 ermöglichst prinzipiell die Ansprache einer jungen Zielgruppe als Kunden oder als Ergänzung traditionellen Recruitings.
  • Durch das Aufwachsen mit dem Internet sind Kohorteneffekte zu erwarten, sprich auf Kurz oder Lang werden Social Media in allen relevanten Kerngruppen von Unternehmen genutzt. Aktuelle Mediennutzungsstudien unterstreichen diesen Verlauf.
  • Videoportale und (digitale) soziale Netzwerke entfalten eher Breitenwirkung ggü. anderen beliebten Werkzeugen; dennoch ist die Wirkung kleiner Communities nicht zu unterschätzen (im Sinne von Meinungsführerschaft).
  • Social Media eignet sich zur Schaffung von Vertrauen im Sine von Customer Relationship Management (CRM).

Während die oben genannten Vorteile vor allem eine externe Wirkung haben, wird in der Studie auch angeführt, dass Social Media eine Binnenwirkung innerhalb von Unternehmen besitzen können und hierzu teils andere Werkzeuge im Einsatz sind (z.B. Wikis). Die Unterscheidung finde ich insofern wichtig, als dass man bei Social Media derzeit vor allem den externen Effekt im Sinne des Marketings betrachtet. Gleich bedeutsam könnte aber die Wirkung von Social Media nach innen sein, um ein altes Problem (Informations- und Wissensfluss im Unternehmen) besser bewältigen zu können. Falls man also den Nutzen von Social Media betrachtet, sollten immer beide Wirkbereiche betrachtet und in möglichen Evaluationen getrennt erfasst werden. Denn bis auf wenige Projekte oder Themenstellungen (z.B. Corporate Social Responsibility (CSR)) sehe ich in den meist hierarchisch organisierten Unternehmen und den daraus folgenden „Logiken“ wenige Möglichkeiten, eine Verkaufsperspektive und die Perspektive von Personalentwicklung und Lernen zugunsten einer abteilungsübergreifenden Social Media-Strategie zusammenzuführen. Vielleicht ist das aber nur ein Problem der (unternehmensinternen) Priorisierung.

Fazit. Alles in allem also eine lesenswerte Studie, die sich vor allem auch für Praktiker eignet, um einen Einblick in die Dynamiken des Web 2.0 zu erhalten. In der Studie fehlen allerdings bis auf wenige Ankerpunkte gute (oder auch schlechte) Beispiele für den Einsatz von Social Media. Das ist etwas schade, da man sich in der Praxis gern an bereits gelungenen Umsetzungen orientiert.

PS: Jochen Robes hat auf seinem Blog seine Eindrücke zur Studie auch kurz zusammengefasst.

Vor ein paar Tagen wurde ich gebeten, einen Kommentar für das Gesellschaftertagebuch der Aktion Mensch zu schreiben. Um ehrlich zu sein, wusste ich erst mal gar nicht, wohin mit der Anfrage, denn: Die Kampagne ist in den letzten Wochen und Monaten an mir vorbeigegangen. Doch irgendwie fand ich die Anfrage spannend und zudem passend für eine Zeit, die vermutlich nicht nur in Augsburg mit „Social Networks“ überschrieben ist (wer es nicht mitbekommen hat: Am Freitag findet die w.e.b.Square-Tagung zu diesem Thema statt). Jedenfalls habe ich in meinem Beitrag versucht, die Entwicklung des Internets und damit zusammenhängend einige Veränderungen aufzuzeigen, die sich (natürlich!) auch auf das Zusammenleben von Menschen auswirken. Leider kann ich den Beitrag aktuell noch nicht online stellen, werde ihn aber Freitag verlinken (für diesen Tag wurde die Veröffentlichung zugesagt). An vielen Stellen kann und muss der Beitrag an der Oberfläche bleiben, denn die Zeichenzahl für den Tagebucheintrag ist begrenzt. Ich will daher hier die Gelegenheit nutzen und nochmals auf drei Studien verweisen, die ich in Punkto Nutzungsverhalten für grundlegend halte. Erstens ist die Studie von Schmidt, Paus-Hasebrink, Hasebrink und Lambert (2009) zu erwähnen, die sich mit dem Heranwachsen im Social Web auseinandersetzt. Daneben bieten zweitens die ARD-/ZDF-Online-Studie und drittens die KIM-/JIM-Studie jedes Jahr wichtige (neue und alte) Ergebnisse im Hinblick auf (aktuelle und künftige) Einsatzszenarien digitaler Medien. Wer sich also nicht so gut mit der Mediennutzung auskennt, kann und sollte in diesen Berichten nachlesen: Sie sind leicht zu verstehen und mit Sicherheit intersubjektiv nachvollziehbar.

Ein Seminar, das mir in diesem Semester besonders auf Herzen liegt, nennt sich „Vom Hype zum Standardinstrument: Web 2.0 und Non-Profit-PR“ und hat zum Ziel, sich mit neuen Nutzungsformen und -gewohnheiten im Internet auseinanderzusetzen und im Anschluss daran in Kooperation mit einem Praxispartner Kommunikationskonzepte zu entwickeln. Die wesentlichen Inhalte der Veranstaltung werden zwar mindestens sechs Monate vor Beginn festgelegt; etwas Freiheit hat man aber darin, die Kooperationspartner zu suchen und sinnvoll in den Seminarprozess zu integrieren. Nachdem sich die Zusammenarbeit mit einer NGO zerschlagen hat, habe ich das kurzfristige Fehlen zum Anlass für die Aufbereitung der Diskussionen um die letzte GMW-Tagung genommen. Denn anhand der in Blogs vielmals verfassten Eindrücke kann man sehr gut ablesen, wie sich Face-to-Face-Kommunikation infolge der Durchdringung mit digitalen Medien und insbesondere von einfach zu handhabbaren Tools verändert bzw. sich womöglich eine neue (und bislang unbekannte) Durchmischung von realer und virtueller Welt ergibt. Mit welchen Herausforderungen schließlich Organisationen in der Kommunikation umgehen müssen, habe ich in einer Inputsitzung gestern (mehr oder weniger) kurz zusammengefasst:

In den kommenden beiden Sitzungen erarbeiten die Studierenden nun „Blitzlichter“ zu relevanten Fragestellungen im oben genannten Themenbereich. Diese Blitzlichter sollen dabei helfen, eine Übersicht über Problembereiche zu erhalten und die Seminarinhalte theoretisch zu untermauern. Natürlich dienen sie auch dazu, dass sich die Studierenden in das Thema hinein finden, denn: Kaum jemand der Teilnehmer hat Erfahrungen mit Non-Profit-PR, was im MuK-Studiengang durchaus überraschend ist; hinzu kommt eine eher zurückhaltende Nutzung von Web-2.0-Tools, auch von Blogs, weshalb ich das begleitende Blogging bzw. Microblogging im Seminar (Hashtag #npo09) besonders spannend finde. Schließlich geht es in der Veranstaltung auch darum, Chancen und Grenzen der Werkzeuge gewissermaßen „am eigenen Leib“ zu erfahren. Abgesehen davon eignen sich beide Werkzeuge (Blogging etwas mehr als Twitter) dazu, den Seminarprozess festzuhalten und den geschlossenen Seminarraum räumlich und zeitlich, aber auch für eine interessierte Gruppe zu öffnen. Die Studierenden werden neben verstärkter Interaktion und erweiterten Feedbackmöglichkeiten zusätzlich mit Leistungspunkten „belohnt“. Eine Logik, die sich infolge der Bologna-Reformen aus meiner Sicht zwingend ergibt.

Im Anschluss an die auf einschlägigen Theorien basierenden und diskursiv angelegten ersten Seminarsitzungen folgt die Praxisphase. Hier werden, ich habe das weiter oben schon benannt, Kommunikationskonzepte entwickelt. Als Partner steht erfreulicherweise die GMW selbst zur Seite. Die Konzepte basieren nicht allein auf „bloßen“ Überlegungen der Studierenden, sondern sollen ebenso auf theoretischen wie auch empirischen Ergebnissen aus Perspektive einer jungen Zielgruppe fußen. Damit man sich besser vorstellen kann, was wir „treiben“, hier eine kurze Übersicht der Aufgaben:

In diesem frühen Seminarstadium kann sich noch eine ganze Reihe (zum Positiven wie auch zum Negativen) entwickeln. Von daher seid Ihr herzlich eingeladen, uns via Blog und Twitter zu verfolgen und Euch mit Euren Meinungen einzubringen… das Seminar ist inhaltlich sehr vielfältg und bietet mit Sicherheit einige Ankerpunkte, um mit den Studierenden und mir zu diskutieren.

Barack Obama hat es vorgemacht: Web 2.0 findet spätestens seit den letzten US-Präsidentschaftswahlen Einzug in den Wahlkampf. Auch die deutschen Parteien wollen ganz nach amerikanischem Vorbild und angesichts von 15 Wahlen im Jahr 2009 alle technologischen Möglichkeiten nutzen. Dass dabei noch Potenzial nach oben besteht, zeigen die Tagesthemen von gestern in einem schönen Beitrag auf. Der Versuch, Politik auf diese Weise stärker zu personalisieren, ist übrigens nicht neu: „Auch wenn es zunächst den Anschein erwecken mag – die Inszenierung von Politik ist keine Erfindung der Moderne. Sie ist so alt wie die Politik selbst.“ (Kötzing, 2006, S. 2)

Endlich ist es soweit: Die Weihnachtsausgabe von w.e.b.Square ist online. Das neue Themenheft steht dabei unter dem Motto „Jedem das Seine: Der Siegeszug von Social Software und Web 2.0“. Schwerpunktmäßig finden sich in dieser Ausgabe viele Abschlussarbeiten, die im Sommersemester 2008 am imb entstanden sind. Besonders freue ich mich natürlich, dass wir Mandy für das Editorial gewinnen konnten. Im Übrigen sagt sie darin ‚was G’scheits: „Das Reizvolle an dieser Ausgabe ist, dass sich hier die sogenannte Net Generation mit sich selbst auseinandersetzt … und dies jenseits von Buzzwords.“ Wie recht Du hast ;-) Ich wünsche allen viel Spaß beim Lesen.

PS: Weitere Infos gibt es übrigens in der zugehörigen Pressemitteilung.

Heute wurde die neue JIM-Studie vom Medienpädagogischen Forschungsverband Südwest (2008) veröffentlicht. Im Fokus steht wie gewohnt der Medienalltag von 12- bis 19-jährigen. Dabei kann einmal mehr gezeigt werden, dass das Internet für Jugendliche nicht mehr wegzudenken ist. Aber von vorn.

Einen schönen Abriss über die sich ständig wandelne Medienwelt liefert der Einstieg in die Studie:

„Die letzten zehn Jahre waren durch einen enormen Wandel des Medienangebots geprägt. Während sich in den Neunzigerjahren die Fernsehwelt stark verändert hat, ist das vergangene Jahrzehnt durch die rasante technische und inhaltliche Entwicklung von Handy und Internet geprägt. Fernsehen, Radio und Tageszeitung sind inzwischen multimediale Realität, die Ausspielung der Inhalte erfolgt über zahlreiche Kanäle, die Nutzer können mit den unterschiedlichsten Endgeräten auf die Inhalte zugreifen, Begriffe wie „fernsehen“ oder „Radio hören“ verlieren ihre Eindeutigkeit. Die Konvergenz der Medien steht dabei erst am Anfang, zählt aber insbesondere in den Bereichen Musik und Internet bereits zum Alltag Jugendlicher.“ (ebd., S. 3)

Fast schon erschreckend, wie schnell sich Zeiten ändern…

Bei der Durchsicht der JIM-Studie habe ich dann nur wenige Highlights entdeckt. Gut, erstmals besitzen Jugendliche eher einen Computer als einen Fernseher und sie sind generell gut mit Medien (Computer, Internet, Fernsehen, Handy) versorgt. Das Internet nutzen sie hauptsächlich zur Kommunikation. Was beruhigt: Jugendliche pflegen ihre Kontakte trotz schülerVZ und Co. nicht nur virtuell, sondern treffen Freude regelmäßig in natura und gehen ebenso oft zum Sport.

Angesichts der großen Sorge um die Zukunft des Prints bin ich über die Zahlen zur Medienbeschäftigung gestolpert: In ihrem Alltag nutzen zwölf Prozent der Jugendlichen regelmäßig das Internetangebot einer Tageszeitung und zehn Prozent das von Zeitschriften. 43 Prozent lesen dagegen regelmäßig eine Tageszeitung in gedruckter Form (vgl. ebd., S. 12). Trotz der Dominanz der digitalen Medien im Alltag halten die meisten Jugendlichen die Zeitung jedoch für das glaubwürdigste Medium, was den klassischen Medien Auftrieb geben sollte.

Jugendliche sind zudem in der Lage, das Fernsehrogramm differenziert zu bewerten. Allerdings muss man kritischer sein, was ihre Nutzung von Online-Communities angeht. Dort denkt nicht jeder Jugendliche über den sachgerechten Umgang mit sensiblen Daten und über die faire Behandlung von Gleichaltrigen nach (vgl. ebd., S. 52ff).

Warum Online Communities letztlich genutzt werden, klärt die eher qualitativ angelegte Zusatzbefragung „JIMplus 2008“:

„Als wichtigsten Grund für die Nutzung von Online-Communities wurde dabei zunächst das Thema „Freunde“ in all seinen Facetten genannt: Alle Freunde sind auch dort eingetragen, man kann Freunde (wieder) finden und neue kennenlernen, man kann mit Freunden in Kontakt bleiben oder treten, sich schreiben und austauschen. Ein weiterer wichtiger Aspekt sind Fotos, denn der Austausch und die Kontaktaufnahme findet natürlich auch auf der bildlichen Ebene statt. Man präsentiert sich selbst und schaut, wie die anderen sich darstellen, Bilder gemeinsamer Aktivitäten halten das Erlebte fest und zeigen denen, die nicht dabei waren, was sie versäumt haben.“ (ebd., S. 55)

Wie so oft zeigen sich auch in dieser JIM-Studie Unterschiede nach dem formalen Bildungsgrad der Jugendlichen. Allerdings gleichen sich zumindest die Verbreitungs- und Nutzungszahlen von Computer bzw. Internet langsam an, was grundsätzlich positiv zu bewerten ist.

… ist draussen! Ab heute ist das neu gestaltete Online-Portal der Medienpädagogik online. Angefangen beim Design bis hin zur thematischen Ordnung, es hat sich viel getan: w.e.b.Square wird künftig viermal im Jahr als wissenschaftliche Online-Zeitschrift erscheinen, ohne dabei die Leitidee von Studierenden für Studierende zu vernachlässigen. Weiterhin werden alle Inhalte von Studierenden oder Doktoranden bereit gestellt und sind zu großen Teilen Wissensprodukte, die direkt aus der Lehre entstanden sind. Mit den Themenheften gibt es jedoch mehr als zuvor die Möglichkeit, w.e.b.Square zur Publikation eigens geschriebener Artikel zu nutzen.

Dies zeigt z.B. die erste Ausgabe nach dem Relaunch, die sich dem Thema Hochschullehre 2.0 in Zeiten von Bologna… oder die Musik macht das Orchester widmet. An ihr haben primär Studierende des Augsburger MuK-Studiengangs mitgewirkt; besonders gefreut hat mich dabei, dass sich sogar ehemalige Studierende und Mitarbeiter ohne Zögern an der Gestaltung des ersten Heftes beteiligt haben. Hieran zeigt sich einmal mehr, wie gut und wie besonders der Zusammenhalt in Augsburg ist.

Abgesehen davon unterstreicht die erste Ausgabe, wie facettenreich eher theoretisch gelagerte Themen aufbereitet werden können. So finden sich einerseits klassische wissenschaftliche Artikel (z.B. Die Bedeutung von Feedback beim Blended Learning), andererseits aber auch Erfahrungsberichte, Stimmungsbilder, Plädoyers etc. Um diesen unterschiedlichen Perspektiven gerecht zu werden, werden die Texte innerhalb von w.e.b.Square – wie gewohnt – in vier Ecken (Wissenschaft, Praxis, Idee und Reflexion) eingeordnet und damit innerhalb der Themenhefte nach ihrer Informationsqualität weiter kategorisiert.

Komplettiert wird das neue w.e.b.Square mit zahlreichen Archivausgaben. Im Archiv stehen die bereits veröffentlichten Arbeiten in neuer thematischer Ordnung zum Download bereit. Hinzu kommen eine Autorenseite sowie eine aufwändig gestaltete Suchfunktion.

Wer jemals ein Portal im Internet aufgebaut hat, der weiß, wie viel Aufwand damit verbunden ist. Zuletzt möchte ich daher noch einmal allen danken, die am Relaunch mitgewirkt haben: ganz besonders dem w.e.b.Square-Team, das aus mehreren Studierenden und Mitarbeitern der Medienpädagogik besteht, und natürlich den Autoren, ohne die die erste Ausgabe nicht zu dem geworden wäre, was sie jetzt ist. Merci!

PS: Die Pressemitteilung zum w.e.b.Square-Relaunch findet sich übrigens beim UniPressedienst sowie beim Informationsdienst Wissenschaft (idw).

Neulich habe ich mich kritisch über Tendenzen im schülerVZ bzw. studiVZ geäußert. Insbesondere junge Nutzer seien dort bereit, viel zu viele Informationen über sich preis zu geben. Dies wird heute ein Stück weit bei Spiegel-Online revidiert. Im Artikel zu Online-Communities wird auf Basis einer Studie der FH Bonn-Rhein-Sieg aufgeschlüsselt, was Nutzer wirklich wollen. Positiv für mich ist die dort getroffene Einschätzung, dass sich die meisten Nutzer in Online-Netzwerken konservativer als oftmals angenommen verhalten: „Laut Studie kommunizieren 70 Prozent online fast nur mit Menschen, die sie ohnehin kennen – zum Teil über mehrere Plattformen hinweg.“ Offen bleibt nur, wer genau hinter den „Durchschnittnutzern“ steckt. Ich hege die Befürchtung, dass damit insbesondere die „Digital Immigrants“ (und eben nicht die „Digital Natives“) gemeint sind (siehe hierzu Prensky 2001).

Die ganze Welt liest mit“ schreibt heute der Schul-Spiegel. „Think before you post“ heißt es schon länger bei YouTube. Während sich Jugendliche immer besser mit Medien und Internet auskennen, scheitert es mehr und mehr am Hinterfragen aktueller Trends. Die massive Auskunftsbereitschaft auf studiVZ oder schülerVZ ist nur ein (plakatives) Beispiel dafür. Erste Forderungen nach besserer Unterstützung, z.B. durch Lehrende oder Eltern, werden laut. Eins wird mir dabei klar: Diskussionen um Medienkompetenz erhalten inzwischen eine ganz neue Dimension. Sie zeigen v.a. auf, dass Medien nutzen zu können längst nicht Medien zu verstehen meint (womit ich wieder in Dillingen angekommen wäre).

Wenn ich eins auf der Tagung „Schule als Learning Community“ mitgenommen habe, dann das: Es gibt sie, die engagierten Lehrer, die sich über die Gestaltung ihres Unterrichts zahlreiche Gedanken machen. Diskutiert wurde viel über Web 2.0-Tools, aber auch über didaktische Überlegungen im Einsatz eben dieser. Spannend in der Auseinandersetzung war für mich gerade die fächerübergreifende Denkweise aller Teilnehmer (was für Lehrer eher untypisch zu sein scheint): Während Blogs, Wikis, Podcasts und Co. etwa in Geistes- und Sozialwissenschaften einen direkten Nutzen erwarten lassen, wurde deren Implementation in anderen Fächern genauso angedacht. Wikis in Mathe! Videos mit Social-Tagging-Funktion im Sportunterricht! Klingt kurios, knüpft aber an die Medienwelt von jungen Menschen an.

Web 2.0 in der Schule – das ist also ein Thema, das alle etwas angeht? Ja, ohne Zweifel. Eins habe ich aber noch lernen müssen: Es gibt zwar viele tolle Lehrer, die sich auf Fortbildungen über die Möglichkeiten von Social Software informieren bzw. diese bereits einsetzen. Bisher sind sie aber lediglich „Leuchttürme“ oder „funkelnde Sterne“. Rechtfertigungsdruck und mangelnde Unterstützung in der Schule sind allgegenwärtig, wenn es an die konkrete Implementation geht. Etwas ketzerisch (und auf Anregung von Herrn Musolf) habe ich daher in der Reflexionsrunde gefragt: Was bringt das Engagement, wenn Sie, liebe Lehrer, nur Leuchttürme sind, deren kreative Ideen nicht von Schulleitung und Kollegium mitgetragen werden? Oder um noch mehr zu überzeichnen: Würde es sich nicht eher lohnen, sich angesichts dessen einfach zurückzulehnen und in Ruhe ein gutes Buch zu lesen? Froh bin ich über den positiven Ausgang der Diskussionsrunde: Alle Teilnehmer sind fest davon überzeugt, dass sich ihr Engagement lohnt – v.a. für ihre Schüler und für sie selbst.

Neben den beiden Einsichten habe ich noch einen echten Denkanstoß aus Herrn Döbelis Vortrag mitgenommen. Er stellte nämlich die These auf, dass die sog. Digital Natives oftmals etwas wie „Digital Naives“ sind, also nicht kompetent im Umgang mit der Information, die sie aus dem Internet beziehen. Den Gedankengang fand ich deshalb spannend, weil wir zuletzt im Kontext Hochschule ähnliches festgestellt haben. Auch hier fehlt es oftmals an Verständnis für die Information an sich, am Vermögen, Quellen zu bewerten und vielem mehr, was man mit Informationskompetenz umschreibt.

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