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An den vielen und ganz unterschiedlich akzentuierten Reaktionen auf Twitter und Co. merkt man, dass Mandy und ich mit unserem Vortrag über digitale Leistungsnachweise und die schwierige Frage der Bewertung im Rahmen der Reihe Hochschuldidaktik über Mittag an der UZH im Dezember ein Themenfeld angeschnitten haben, das nach all den Jahren der Beschäftigung mit dem Medieneinsatz in der Lehre immer noch offen erscheint. Vielleicht wirkt das Thema aber auch nur offen, weil man sich (außer im engeren Kollegenkreis) selten über Fragen der Bewertung austauscht und jeder so seine eigenen Lösungen sucht/findet. Das führt dazu, dass es mit Sicherheit schon viele gute Ideen zur Bewertung von digitalen Leistungsnachweisen gibt, die wir aber bisher nicht kennenlernen konnten. Insofern haben wir nun mit Beispielen aus der Universität Augsburg den Anfang gemacht, mit dem Blog- und Wikieinsatz zwei einigermaßen etablierte Werkzeuge für den digitalen Leistungsnachweis ausgewählt, Einsatzmöglichkeiten aus Studierenden- und Lehrendenperspektive beschrieben und gleichzeitig (didaktische) Herausforderungen skizziert. Spannend ist dabei, dass unser Fazit/Ausblick in Richtung eines dynamischeren Leistungsbegriffs inzwischen von einigen Seiten gestützt wurde, sodass der Weg tatsächlich in diese Richtung führen könnte, sofern vermehrt komplexe didaktische Szenarien zum Einsatz kommen.

PS: Alle Videos stehen auf der Presseseite des imb zur Verfügung.

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Da unsere Pressemitteilung seit gestern online ist, will ich die Gelegenheit nicht versäumen, selbst auch auf die 2. w.e.b.Square-Tagung am 16. Januar 2009 (14.30 Uhr, Raum 1005, Geb. L1) hinzuweisen. Die studentische Tagung widmet sich dieses Mal dem Thema „Open University oder: die Zukunft der Hochschule“ (ich hatte an anderer Stelle bereits berichtet). Zu dem Konzept der w.e.b.Square-Tagungen gehört es, dass die Studierenden nicht nur die Veranstaltung selbst organisieren, sondern auch, dass sie mit ihren Vorträgen im Mittelpunkt des Events stehen. So werden sie in drei Sessions über Open Educational Resources, Web 2.0 und informelles Lernen bzw. über Hochschulen im Wettbewerb berichten und damit nahtlos an die Diskussionen auf der letzten GMW-Tagung anknüpfen. Für interessant halte ich dabei die Studierendenperspektive auf das Thema, stehen sie doch im Zentrum aller hochschuldidaktischen Überlegungen rund um OER. Besonders freue ich mich auch über die Zusagen von Gabi und Tom, die die Veranstaltung durch ihre Keynote-Vorträge abrunden. Bis es aber soweit ist, gibt es noch einiges zu organisieren…

Gestern war ich im E-Learning-Center der TU Darmstadt zu Gast. Im Rahmen der Vortragsreihe E-Learning habe ich dort unsere studentische Initiative w.e.b.Square vorgestellt. Anfangs bin ich auf die aktuellen Überlegungen zur Net Generation eingegangen, um gewissermaßen unsere Beobachtungen an der Uni Augsburg auf eine breitere Basis zu stellen (siehe hierzu unseren GMW-Beitrag 2008). Im Anschluss habe ich w.e.b.Square als lokale Lösung präsentiert, wie man Wissensaustausch unter Studierenden fördern kann. Dabei bin ich insbesondere auf das didaktische Modell eingegangen, das dem Portal zugrunde liegt und habe auch wichtige Akquisemöglichkeiten wie die w.e.b.Square-Tagung thematisiert. Denn ein Portal allein macht unserer Ansicht nach keine offenen Bildungsressourcen aus, sollen doch auch persönliche Bildungsprozesse in Gang gesetzt werden. Um zu erklären, was wir mit „zweifacher Kopplung“ an das Fachstudium meinen, habe ich einen kleinen Schwenk zum Begleitstudium „Problemlösekompetenz“ angeschlossen. Letzteres ist vor allem für diejenigen hilfreich, die die co-curriculare Struktur des MuK-Studiengangs nicht kennen und daher des Öfteren überrascht sind, warum sich bei uns (am imb) vergleichsweise viele Projekte tummeln. Mit allgemeinen Überlegungen zu w.e.b.Square im Kontext von Open Educational Resources habe ich den Vortrag geschlossen.

Im Anschluss an die Präsentation (und ein wenig zwischendrin) haben wir im Wesentlichen über zwei Dinge gesprochen (leider meist „off the Records“):

(1) Übertragbarkeit. Wie gelingt es, ein Projekt wie w.e.b.Square von einer ursprünglich lokalen Lösung auf weitere deutschsprachige Universitäten zu erweitern? Welche Rahmenbedingungen sind für eine Expansion notwendig? Wie kann man mehr Studierende, aber auch weitere Herausgeber (Lehrende) akquirieren? Wie sieht es mit der Anerkennung von Leistungen aus – werden beispielsweise Studierende an anderen Universitäten auch mit der Währung „Credit Points“ bezahlt? Welche Hürden/Grenzen bei der Anerkennung sind zu erwarten?

(2) Finanzierung. Wie kann man ein Projekt wie w.e.b.Square langfristig finanzieren, insbesondere dann, wenn es infolge von mehr Öffentlichkeit wächst und nicht mehr allein mit ehrenamtlichem Engagement zu bewältigen ist? Immerhin ist eines der wichtigsten Ziele von OER-Initiativen die Nachhaltigkeit. Was kann man tun, wenn die Universität als Geldgeber zunächst einmal ausscheidet? Welche Möglichkeit bietet Sponsoring für Hochschulinitiativen? Inwieweit verändern Studierende durch Sponsoring ihre (positive) Bereitschaft, sich bei w.e.b.Square zu beteiligen? Welchen (potenziellen) Nutzen verknüpfen Sponsoren mit einem Engagement bei w.e.b.Square?

Aus meiner Sicht steht bei w.e.b.Square genau die Klärung dieser Fragen an. Sowohl das Finanzierungsthema ist bei uns weit oben auf der Agenda als auch die Sache mit der Übertragbarkeit, denn es kann kaum Ziel von OER-Initiativen sein, ständig dezentrale Lösungen zu entwickeln und als Hochschule eher gegen- als miteinander zu arbeiten. Hier geht es schließlich um Bildung! Die eine oder andere spannende Antwort auf die o.g. Fragen haben wir gestern gemeinsam generiert. Ich werde diese mit ins Redaktionsteam nach Augsburg nehmen und intern weiter diskutieren. Vielleicht kann ich dann schon bald über konkrete Lösungsansätze berichten.

Für Autofahrer wie mich ist Bahnfahren immer wieder ein Erlebnis. Auf dem Hinweg nach Darmstadt hatte ich heute das Vergnügen, den Streit meiner Tischnachbarn zu belauschen. Das Beste daran: Es ging um den Platz unterhalb des Tisches, konkreter um mangelnde Beinfreiheit. Eine Dame hatte sich unverschämterweise herausgenommen, die Füße weit über die Mitte hinweg zu platzieren, was zur Folge hatte, dass sich eine andere Dame in ihrer Beinfreiheit deutlich eingeschränkt fühlte. Das erste Mal wurde freundlich auf den Umstand hingewiesen, das zweite Mal deutlicher, das dritte Mal laut. Mein Gegenüber und ich guckten uns nur verdutzt, aber grinsend an und haben wohl (unausgesprochen) dasselbe gedacht: Können erwachsene Menschen das nicht irgendwie anders klären? … Auf dem Rückweg dann ein weiteres Highlight: Englisch sprechende Hessen. Das an sich ist ja nichts Verwerfliches, denn ich mag Hessen wirklich, aber der „Slang“ war einfach zum Schreien. Dabei waren die beiden so auf „Business“, dass sie nur kurz die „Slides fixen“ wollten. Hätten sie das mal lieber auf Deutsch gemacht. Erstens hätten sie es sprachlich leichter gehabt und zweitens hätte ich mich in Ruhe zurücklehnen können. So musste ich zuhören. Und wieder grinsen.

Die Zeit ist knapp – wir schließen gerade das Evaluationsprojekt business@school ab und ich denke nur noch in Häufigkeiten bzw. in gängigen oder innovativen Interpretationsmustern – trotzdem möchte ich kurz in eigener Sache auf die Vortragsreihe E-Learning an der TU Darmstadt hinweisen. Wir wurden gebeten, im Nachgang zur GMW unser studentisches OER-Projekt w.e.b.Square im Detail vorzustellen. Da mir w.e.b.Square sehr am Herzen liegt, bereite ich natürlich gern einen Vortrag vor und werde am 5. November 2008 nach Darmstadt reisen. Wenn der eine oder andere von Euch Zeit hat, im E-Learning-Center vorbeizuschauen, würde ich mich freuen! Ansonsten wird der Vortrag später sicher im Netz zu finden sein (meine Unterlagen stelle ich auf jeden Fall zur Verfügung). Vielleicht kann ich in drei Wochen auch News in Sachen European E-Learning Award (eureleA) mitbringen. Nachdem wir stark ermuntert wurden, haben wir uns in der Kategorie III – Public Relations beworben. Mal gucken, was daraus wird.

Seit gestern sind das Videoarchiv, die Bildergalerie und der Tagungsband zur GMW08 online. V.a. das Videoarchiv ist eine tolle Sache, um ein paar interessante Vorträge im Nachhinein ansehen zu können (ich hatte ja schon berichtet, dass man als Vortragende relativ wenig Zeit für den Besuch anderer Sessions hatte). Wer sich dafür interessiert, kann übrigens unter Open Education I unseren Vortrag zum Thema „w.e.b.Square – ein Modell zwischen Studium und freier Bildungsressource“ ansehen und im Tagungsband ab S. 28 unser Paper lesen.

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