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Empfehlungen zur Qualitätsverbesserung in Lehre und Studium – an dem Papier des Wissenschaftsrats kommt man heute nicht vorbei, wenn man irgendetwas mit Hochschullehre zu tun hat. In vielen Punkten spricht mir das Konsortium dabei aus der Seele, wird doch ein großes Manko angesprochen: die Lehre an deutschen Hochschulen. So plädiert der Wissenschaftsrat (2008) dafür, „die Studierenden in ihrem Lernen bestmöglich zu unterstützen“ (ebd., S. 8). Für diesen Zweck sollen 1,1 Milliarden Euro zusätzlich aufgewendet werden – konkret dafür, um die Betreuungssituation zu verbessern oder weitere Sachmittel zur Verfügung zu stellen.

Geld allein heiligt aber nicht die Mittel. Bisher fehlt guter Hochschullehre die Lobby oder, umgekehrt ausgedrückt, in der Wissenschaftswelt wird nach wie vor in Publikationen, nicht aber in Zufriedenheit von Studierenden gedacht. Die Wochenzeitung Die Zeit (28/2008) merkt hierzu etwa an: „Bislang […] betrachten die Hochschulen die Lehre als ein Stiefkind, das zwar viel Arbeit, aber wenig Freude macht.“ (ebd., S. 31) Dass sich die Katze (noch) in den Schwanz beißt, greifen z.B. auch interessante Artikel anderer (Leit-)Medien auf (kleine, sicherlich unvollständige Sammlung):

Oft wird auf die Berichterstattung geschimpft – in dem Fall hat sie hoffentlich etwas für sich: Das Thema „Lehre“ scheint in den Medien und somit vielleicht auch im öffentlichen Bewusstsein angekommen zu sein. Hoffen wir, dass es so bleibt, schließlich hängt von der Qualität der Lehre eine ganze Menge ab. Ein Stück Zukunft… oder so.

Aktualisiert am 10. Juli 2008.

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Ein Jahr habe ich mich nun mit Anträgen auf Befreiung von den Studienbeiträgen herumgeschlagen. Erst wandte ich mich an die Studentenkanzlei. Abgelehnt. Dann wandte ich mich an den Studiendekan. Puh, schwierig. O-Ton: „Bisher gibt es keine klaren Regelungen, wer befreit wird.“ Betrachtet man den Antrag nämlich genauer, werden zunächst nur diejenigen engagierten Studenten befreit, die sich aktuell in einem offiziellen Gremium befinden. Jeder, der sich inoffiziell und irgendwie nicht greifbar für sein Studium einsetzt, hat Pech gehabt. Also auch ich? Dann Anruf: „Bitte reichen Sie ein Fachschaftszeugnis für das Sommersemester nach.“ Alles klar – wird erledigt (lag zwar schon vor, aber macht ja nichts). Dann wieder warten. Auf Nachfrage: „Haben Sie schon ein aktuelles Fachschaftszeugnis eingereicht? Auf dem hier fehlt das Datum.“ Nein, ich reiche (wie vermutlich alle anderen vorgeschlagenen auch) ein Fachschaftszeugnis mit Datum nach. Inzwischen ist das Sommersemester 2007 voll im Gang und ich bin schon längst keine Studentin mehr. Ich hatte kurzzeitig gehofft, dass mir mein Masterabschluss in die Karten spielt, aber: Gute Noten gelten erst als Befreiungsgrund, wenn man entsprechend lange vorher gezahlt hat. Also doch wieder auf das Fachschaftsengagement stützen. Und v.a. eins: warten. Das ganze Prozedere ging mir bisweilen ganz schön auf die Nerven!

Was lange währt, wird endlich gut. Umso mehr habe ich mich daher gefreut, als ich letzten Freitag völlig ohne Vorwarnung und ganz unbürokratisch 500 Euro auf meinem Konto entdeckt habe. Yeah, London gerettet! Der offizielle Brief folgte heute: „Gemäß § 6 Abs. 4 Nr. 2 Satz 3 der Studienbeitragssatzung werden Sie auf Vorschlag des Studiendekans und mit Beschluss der Ständigen Kommission für Lehre und Studierende von der Entrichtung der Studienbeiträge […] befreit.“ Für mich und für alle anderen Fachschaftsmenschen ist dieser Entschluss nun eine Art Etappensieg oder viel mehr noch: Er ist ein Plädoyer für freiwilliges universitäres Engagement trotz wachsendem individual-ökonomischen Kalküls in Zeiten Bolognas.

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