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Trendstudien sind ja generell eher mit Vorsicht zu genießen. Sie blicken aus dem Jetzt in die Zukunft und beurteilen letztere mit dem Wissen von heute. Trotzdem gelingen manche Positionspapiere mit Blick auf morgen besser als andere. Dazu gehört in meinen Augen auch ein Beitrag von Peter Posch und Herbert Altrichter, der mit „Schulen 2020“ überschrieben ist und wo die Autoren anhand aktueller gesellschaftlicher Entwicklungstendenzen mutmaßen, was Herausforderungen für die künftige Schule sein könnten. Sie schlagen dabei die Brücke von vier zentralen Herausforderungen, die Schulen schon heute betreffen und sich ihrer Ansicht nach weiter verstärken.

Trend 1: Veränderungen in der Arbeitswelt
Die Umbruchsituation in der Arbeitswelt führt nach Ansicht von Posch und Altrichter (2009, S. 31–32) dazu, dass sich auch Schule den veränderten Anforderungen stellen muss: So muss sie dafür sorgen, stets die Sinnhaftigkeit von Wissen zu vermitteln, auf dynamische Qualifikationen abzielen und gleichzeitig auch das nötige Selbstbewusstsein stärken, um in einer späteren (veränderten) Arbeitswelt zurecht zu kommen.

Trend 2: Veränderungen in der Sozialisation
Auch gehen die Autoren davon aus, dass die Sozialisation von Kindern und Jugendlichen in stärkerem Maße als heute dazu führt, dass Schulen „nicht nur ein Haus des Lernens, sondern auch Lebensraum bzw. soziales und kulturelles Zentrum“ (Posch & Altrichter, 2009, S. 33) werden. Für das Zusammenleben werden dann konkrete (neue) Regeln gebraucht, unter anderem bedingt durch die Normalität der Ganztagsschule. Unbestritten zum Alltag des Lehrens und Lernens gehören Internet und digitale Medien. Neben ihrem fachwissenschaftlichen Hintergrund werden Lehrer stärker als bisher dazu aufgefordert sein, ihr Fach auch gesellschaftsbezogen anzuwenden.

Trend 3: Zunehmende Dezentralisierung
Seit den 1990er Jahren wird die wachsende Autonomie der Einzelschule beschrieben, mitunter ist auch von der unternehmerischen Schule zu lesen. Schulen erhalten derart immer mehr Entscheidungsspielräume, die auch ausgefüllt werden müssen. Auf diese Weise kommt der Qualität von Schule und im Spannungsfeld interner Erfordernisse und externer Ansprüche immer mehr Gewicht bei. Auch die Arbeitsbedingungen von Lehrern geraten in den Fokus, um die Zufriedenheit bei der Lehrtätigkeit zu erhöhen. Denkbar ist überdies, dass den Schülern wachsende Handlungsspielräume und Gestaltungsmöglichkeiten, kurz: Partizipationschancen, eingeräumt werden (ebd., S. 34–35).

Trend 4: Wachsende Heterogenität
Posch und Altrichter (2009, S. 35–37) gehen zudem davon aus, dass die Schule in zehn Jahren mit einer in hohem Maße heterogenen Schülerschaft umgehen muss. Diese Vielfalt führt dazu, dass die Bedeutung interkultureller Kommunikation auch im Schulalltag steigt. Zugleich müssen Lehrer umfassende Diagnosekompetenzen besitzen, um Lernen gemäß individueller Voraussetzungen zu gestalten. Modelle gemeinsamer bzw. integrierter Schule werden zugleich zur Selbstverständlichkeit.

Nach der Durchsicht vieler und disziplinär durchaus unterschiedlich akzentuierter Publikationen im Kontext meiner Dissertation habe ich den Eindruck, dass die Autoren mit ihrem Blick auf aktuelle Trends und daraus resultierenden Herausforderungen genau den Kern der Debatten um Schulentwicklung als Organisationsentwicklung treffen. Spannend ist dabei auch, dass sich die Diskussionen über die letzten (mindestens) zwanzig Jahre nicht großartig unterscheiden: Es mögen im Detail Themen hinzugekommen sein, aber im Prinzip geht es allen Veröffentlichungen zu Schulentwicklung um die Modernisierung einer Organisation, die sich stets auch dem öffentlichen Urteil stellen muss, was gute Schule ist und wie man diese beständig, aber reflektiert erneuern kann.


Quelle:
Posch, P. & Altrichter, H. (2009). Schulen 2020 – Projektionen aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungstendenzen. In D. Bosse & P. Posch (Hrsg.), Schule 2020 aus Expertensicht. Zur Zukunft von Schule, Unterricht und Lehrerbildung (S. 31–37). Wiesbaden: VS.

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Wenn mit den Silvesterfeierlichkeiten das alte Jahr zuende geht und man geschmeidig bei einem Glas Sekt ins neue Jahr rutscht, wünscht man sich zuerst viel Glück und nur das Beste für die kommenden rund 365 Tage. Was die Zukunft aber konkret bringen wird, weiß man zu dem Zeitpunkt nicht. Zumindest nicht im Detail. Vage kann man aber sagen, welche Herausforderungen im Jahr 2009 auf einen warten. Bei mir steht „Lesen, lesen, lesen“ ganz weit oben auf dem Zettel, was damit zusammenhängt, dass ich meine Diss in diesem Jahr stark voranbringen möchte. Denn mit Abschluss der Projektevaluation business@school steht der empirische Teil so gut wie und es braucht nun vor allem an Theorie, um die Doktorarbeit „rund“ werden zu lassen. Deswegen steht „Schreiben, schreiben, schreiben“ auch an zweiter Stelle auf besagtem Zettel. Wenn ich mir die (virtuelle) Liste weiter anschaue, folgen ein paar Projekte, die ich im Rahmen meiner Tätigkeit an der Augsburger Medienpädagogik ausbauen möchte. Allem voran ist hier w.e.b.Square zu nennen, denn die ursprünglich kleine studentische Initiative wächst mehr und mehr, hat infolge von Öffentlichkeit an Interessenten und Zuspruch gewonnen. Hier gilt es jetzt, das Konzept zu verstetigen und vor allem, mich als Projektleiterin noch stärker um Mitdenker und damit um Nachwuchs zu kümmern. Ein zweites Projekt, das ich als Mentorin betreue, ist der Aufbau des Alumni-Netzwerks für den MuK-Studiengang. Nachdem wir ein erstes Stimmungsbild von den Alumni erhalten haben, kümmern wir uns ab jetzt um die Umsetzung eines eigenen Ehemaligennetzwerks. Dabei hoffen wir noch auf einen Geldregen… wo auch immer der herkommen wird. Daneben entwickeln wir gerade ein neues Podcast-Konzept, das in den kommenden Monaten inhaltlich ausgeschmückt wird. Mehr kann und will ich an dieser Stelle nicht verraten, verspreche aber, das bei Zeiten nachzuholen. Gut Ding will Weile haben! Na, und dann ist da noch ein Amt, das ich ab 2009 bekleiden werde: das des geschäftsführenden Vorstands des Vereins Ökonomie & Bildung. Anfangs war ich etwas baff, dass ausgerechnet ich Frank beerben soll. Nach ein paar Gesprächen und gutem Zureden habe ich mich überzeugen lassen – inhaltlich passt die Tätigkeit allemal. Doch das Erbe ist groß und ich hoffe, dass ich aus der zweiten Reihe (zumindest anfangs) stark unterstützt werde und letztlich auch die unterschiedlichen Interessen angemessen berücksichtigen kann. Ansonsten ist im neuen Jahr alles mögliche drin… wie in einer Wundertüte und ich freu‘ mich drauf.

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