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Neulich wurde ich von meinen Studierenden gefragt, was wir wissenschaftlichen Mitarbeiter eigentlich in den Ferien machen. Das sei so wenig transparent. Zugegeben: Woher soll man als Studierender wissen, was genau neben Lehrtätigkeiten anfällt? Vielleicht können sie noch den Verwaltungsaufwand erahnen, der uns alle ereilt, da Studierende selbst des Öfteren mit verschiedenen inneruniversitären Einrichtungen zu tun haben. Aber was ihre Dozentinnen und Dozenten in der Forschung machen, bleibt für viele im Argen – nehmen sie jedenfalls an, wie Evaluationsergebnisse öfters zeigen. Dabei ist die Perspektive der Lehrenden sicher anders: Viele von ihnen würden in Befragungen angeben, Studierende an Forschung, zumindest an Forschungsergebnissen teilhaben zu lassen. So viel zum Unterschied von Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Was wissenschaftliche Mitarbeiter nun in den Ferien machen, ist dagegen recht klar: Sie machen vielleicht mal Ferien, aber sicher nicht zu lange, denn das neue Semester will vorbereitet und das eine oder andere Buch gelesen, Projekte wollen akquiriert und vielleicht auch ein paar Veranstaltungen besucht werden. Letztere erfüllen unterschiedliche Zwecke, neben Projekt- und Ergebnispräsentationen geht es manchmal auch um die eigene Weiterbildung und um Aspekte der Vernetzung. Wie passend, dass die aktuelle Tagung der DINI, die ich heute mit unserem Projekt w.e.b.Square besuchen durfte, den Titel Vernetzungstage 2011 trägt. Ziel der Osnabrücker Tagung ist es dabei (sie läuft noch), verschiedene Perspektiven auf Vernetzung zu entwerfen – meine Aufgabe war es konkret, anhand unserer studentischen Online-Zeitschrift einen pädagogisch-didaktischen Blickwinkel auf Vernetzung offenzulegen. Die folgenden Folien sind daher für diejenigen, die w.e.b.Square gut kennen, keine Neuheit. Spannend ist die Beschäftigung mit dem Projekt jedoch immer wieder, speziell dann, wenn man es außerhalb der bekannten Community vorstellt, da man nur so neuen Input für den weiteren Projektverlauf erhalten kann.

Bei den Vorbereitungen einmal mehr geholfen hat mir Tamara – Vernetzung auf allen Ebenen nennt man das wohl ;-)

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Immer wieder kommt es vor, dass wir über Für und Wider von Prozentwerten in wissenschaftlichen Arbeiten diskutieren. Anlass sind zumeist Korrekturschlaufen oder eigene Seminare, in denen es um die „richtige“ Vermittlung der Vorgehensweise geht. Auffällig ist in jedem Fall, dass bei der Auswertung von Untersuchungen ein regelrechtes Primat der Prozente herrscht. Jedes noch so kleine Sample wird in Prozentwerten ausgedrückt. Dass eine Person dabei manchmal fünf bis 10 Prozent ausmacht, scheint niemanden zu stören. Hauptsache Prozentwerte! Es kostet dann einige Zeit und Mühe, diese Logik gemeinsam mit den Studierenden zu hinterfragen bzw. sie zu ermuntern, den Weg über die einfache Nennung von Häufigkeiten zu suchen. Angesichts der vorherrschenden Stellung von quantitativer Forschung ist das gar nicht so leicht; im Endeffekt sind aber alle Beteiligten mit dem stärkeren Fokus auf Inhalte und Interpretationen viel zufriedener als mit der bloßen (vorwiegend deskriptiven) Darstellung von Prozenten. Ähnlich ist es übrigens mit den Grafiken: Auch hier ist weniger mehr.

In der gestrigen Phoenix-Runde wurde heiß über die neuen PISA-Ergebnisse diskutiert. Es ging viel um die Schule, aber auch um das deutsche Bildungssystem generell und um die Wirksamkeit von Testverfahren zur Erhebung von (Schüler-)Leistungen. Eine interessante Sendung für all dienigen, die sich mit Bildungsthemen auseinander setzen (und angesichts unserer Workshopreihe mit der Hanns-Seidel-Stiftung eine schöne Ergänzung zum aktuellen Stand der Diskussionen).

Seit einigen Tagen bin ich wieder überall in Deutschland unterwegs, um an business@school teilnehmende Gymnasien zu besuchen. Ich reise wirklich gern dorthin, zumal man erst vor Ort einen „echten“ Eindruck vom Projekt gewinnen kann. Außerdem helfen die zahlreichen Gespräche mit Schülern, Lehrern und Schulleitern, den ohne Zweifel verengten „Computerblick“ auf die eigene Evaluation zu erweitern. Für mich kommt hinzu, dass ich keine ausgebildete Lehrkraft bin und insofern immer wieder überrascht bin von dem, wie Schule heute funktioniert. Obwohl mein Abitur noch nicht allzu lange zurückliegt, hat sich „die“ Schule doch sehr verändert. Der mehr und mehr zu findende, projektartig angelegte Unterricht ist nur ein Beispiel dafür. Inzwischen wird sehr viel mehr Wert auf Teamarbeit gelegt, als ich es rückblickend über meine Schulzeit sagen kann (auffällig übrigens, dass die eigene Schulzeit stets als Referenz herhalten muss ;-)). Außerdem öffnet sich Schule im Hinblick auf Themen, die vormals als negativ oder gar Schul-unwürdig angesehen wurden. Dazu gehört auch das Thema „Wirtschaft“, dessen Stellenwert an den von mir besuchten Schulen (v.a. allgemeinbildende Gymnasien!) unbestritten hoch ist. Selbst wenn nicht jeder Lehrer eine positive Haltung gegenüber Wirtschaft mitbringt, so wollen heutige Lehrkräfte immerhin kritisches Denkvermögen demgegenüber fördern – eine moderne Interpretation der humanistischen Bildungsidee, wie ich finde. Schließlich sind wir umgeben von der Wirtschaft und können nicht die Augen vor ihr verschließen. Ich bin schon gespannt, welche weiteren Eindrücke ich bis zum Ende meiner Schulbesuche mit „nach Hause“ nehmen werde, immerhin geht meine Deutschlandreise noch eine ganze Weile weiter…

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