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Vor genau einer Woche fand die Tagung Visionary Teaching an der Ruhr-Universität Bochum statt. Ich war einigermaßen gespannt auf die Konferenz, versprach der Titel doch die Beschäftigung mit Lehren und Lernen aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln. Gefreut habe ich mich zudem auf den Austausch mit Vertretern aus Hochschuldidaktik und den Fachdisziplinen, denn die Tagung hatte sich zum Ziel gesetzt, die Makroperspektive der Hochschuldidaktik mit der Mikroperspektive einzelner Fächer zu verbinden. So kam es auch, dass wir, d.h. Anna, Katharina und ich, innerhalb der Konferenz unsere Lehrveranstaltung „Corporate Publishing im Bildungssektor“ präsentieren konnten. Thematisiert wurde insbesondere das Design der Veranstaltung mit den diversen Lehr-Lernzielen für Geistes- und Sozialwissenschafter. Auch eine erste Fassung des neuen imb-Magazins lag bereits für Interessierte aus.

Bei der Präsentation wurde bewusst auf Vorträge zugunsten einer interaktiven Postersession mit allen involvierten Projekten verzichtet (unser Poster vgl. oben). Insgesamt kamen so 32 Beispiele aus der Praxis zusammen, die untereinander ihre Erfahrungen austauschen konnten. Jeweils zwei Beispiele waren zusätzlich Grundlage von moderierten Themensessions, die letztlich alle auf ähnliche Aspekte hinausliefen, nämlich personelle, strukturelle und technische Grundbedingungen einer Hochschuldidaktik. Besonders interessiert hätte mich noch der Abschlussvortrag von Mitchell Ash zum Thema „Von „Humboldt“ nach „Bologna“: Visionen im politischen und historischen Kontext“. Krankheitsbedingt habe ich diesen leider verpasst, sodass ich zur metatheoretischen Rahmung kaum Aussagen treffen kann. Vielleicht kann mich dazu jemand aus der Leserschar ergänzen ;-)

Fazit. Insgesamt war es eine interessante Tagung, die sich für mich vor allem durch die vielen Beispiele und Inputs ausgezeichnet hat. Es fehlte allerdings die Zeit, um sich alle Projekte näher anzusehen. Zum Glück gibt es daher eine kleine Tagungsbroschüre, die nochmals alle Praxisbeispiele kurz vorstellt und auch Hinweise zu den einzelnen Referenten gibt.

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Glücklicherweise setzt sich auch an Universitäten ein Konzept immer mehr durch, das sich Blended Learning nennt, und vor allem darauf abzielt, Präsenztermine in der Lehre mit den Lernphasen dazwischen sinnvoll zu verbinden. Ein wesentliches Hilfsmittel sind digitale Medien – sie nehmen eine Überbrückungsfunktion ein, indem sie innerhalb der Lehre zum Informations-, Kommunikations- und Reflexionsmedium werden.
Was aus der Perspektive von Mediendidaktikern als völlig normal, fast schon als ein „alter Hut“, erscheint, ist für Studierende aber durchaus noch eine neue Erfahrung: Gerade unter jüngeren Fachsemestern kommt es vor, dass sie die veränderte „Taktung“ in der Lehre nicht so einordnen können, wie es Blended Learning erfordern würde. Es ist daher keine Seltenheit, dass ich zu Beginn von Lehrveranstaltungen gefragt werde: „Haben wir da frei?“
Zugegeben, solche Beiträge bringen mich zum Schmunzeln und ich versuche, mit Gelassenheit die Bedeutung der virtuellen Phasen nochmals näher zu bringen. Dennoch stimmen mich solche Momente auch ein wenig nachdenklich: Offenbar ist Blended Learning keineswegs so verbreitet, wie man durch die technologische Entwicklung prinzipiell annehmen könnte. Auch ist die Grundidee, nicht nur Ort und Zeit zu überbrücken, sondern auch Freiräume für selbstorganisierte Arbeitsphasen in formalen Bildungskontexten zu schaffen, alles andere als bei den Studierenden angekommen.

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Sandra @ Twitter

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