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Verrückt. Da bin ich einmal im Radio zu Gast und werde gleich geadelt. Jedenfalls hört es sich so an, wenn man mich nicht mit Sandra oder Frau Hofhues begrüßt, sondern lieber mit „die Frau von w.e.b.Square“ anspricht. Irgendwie hat David von Kanal C aber auch recht. Ich bin weder die Frau hinter w.e.b.Square, denn es gibt ein ganzes Team, das sich immer wieder um die Veröffentlichung neuer Ausgaben kümmert, noch bin ich die Frau vor w.e.b.Square. Man könnte vielleicht manchmal diesen Eindruck gewinnen, wenn ich an vielen Orten über w.e.b.Square berichte, aber das übernehmen mit der Zeit auch andere – und das ist gut so, denn nur über verteile Modelle können Projekte wie w.e.b.Square längerfristig bestehen. Tief im Inneren gefällt mir deshalb der Titel „von w.e.b.Square“ ganz gut. Immerhin begleite ich das Projekt schon eine ganze Weile – und das Projekt ist es auch, das im Vordergrund stehen soll (nicht die Person). Von daher bin ich gerne die Sandra von w.e.b.Square.

Nachtrag (25.06.2011): Der Interview-Mitschnitt findet sich jetzt auf der imb-Website.

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Vor ein paar Tagen endete er nun, der 2. w.e.b.Square-Call, und, was soll ich sagen: Trotz vieler Abrufe war die Resonanz verhalten. Wir sind auf der Suche nach Gründen, warum dieses Mal die bloße Zahl der Einreichungen im einstelligen Bereich geblieben ist; ein wesentlicher Grund, der auch von unseren Studierenden gespiegelt wurde, war der Zeitpunkt: Durch die Häufung von Prüfungen am Ende der Vorlesungszeit war es offenbar für viele Studierende schwierig, zusätzlich zu den anstehenden Arbeiten einen Text für unsere Online-Zeitschrift zu verfassen. Umgekehrt gibt es wohl nie den richtigen Termin, wie man auch schon an Diskussionen über die w.e.b.Square-Tagung sehen konnte. Von daher muss es andere Gründe geben. Lag es an der inhaltlichen Ausrichtung des Calls? Auch hier würde ich meinen: Nein. Aus persönlichen Gesprächen mit Studierenden weiß ich, dass sie der Einsatz digitaler Medien in der Lehre extrem bewegt – und zwar immer dann, wenn Prüfungen an ihren Einsatz geknüpft werden. Fast jeder MuK-Studierende hat also eine Position zum Thema des Calls und diese sind untereinander durchaus kontrovers. Genau diese Bitte um eine Position könnte es nun sein, die eine Einreichung erschwert hat: Als Studierender lernt man das wissenschaftliche Schreiben, aber nur selten, wie man ein Papier mit einer (begründeten) Meinung verfasst. So bin ich froh, dass wir durch persönliche Ansprache den einen oder anderen Studierenden noch zur Abgabe eines Textes überzeugen konnten und die nächste w.e.b.Square-Ausgabe somit doch wieder „rund“ wird.

Noch kann ich nicht sagen, was die genauen Titel der Texte sind – sie befinden sich gerade im studentischen Review, das (wie gewohnt) der Einreichung angeschlossen wird. Die Studierenden, die das Review übernehmen, kommen in der Regel aus der w.e.b.Square-Redaktion und werden bei Bedarf um andere Gutachter „aufgestockt“. Letzteres ist immer dann der Fall, wenn eine spezifische Expertise benötigt wird, die in der w.e.b.Square-Redaktion nicht vorhanden ist. Der Vorteil an dieser Verteilung der Gutachten ist, dass ein Teil der Gutachter bereits geübt darin ist, ein Gutachten zu verfassen. Selbst wenn es bei uns (wie bei anderen Zeitschriften im wissenschaftlichen Bereich) klare Kriterien zur Beurteilung von Texten gibt, fällt es den Studierenden nämlich eher schwer, ihre Meinung zu einem Artikel zu explizieren. So bin ich als Projektleiterin ganz froh, wenn ich von Call zu Call nur manchen Gutachtern den Prozess der Begutachtung erklären muss und sich die Studierenden oft auch gegenseitig helfen können. Schließlich ist es nicht unbedingt trivial, einen Text zu beurteilen und das eigene Urteil in Worte zu fassen. Wir haben uns daher schon letztes Jahr für ein offenes Review-Verfahren entschieden, sodass sich Autoren und Gutachter kennen und austauschen können. Dies gehört ja zu den zentralen Prinzipien von w.e.b.Square und ist, wie ich es in einem Gastbeitrag für 360 Grad feststellen durfte, auch bei anderen studentischen Publikationsorganen üblich. Was wir derzeit nicht machen, ist, den Reviewprozess komplett öffentlich abzubilden. Viele Studierende, die erst am Anfang des wissenschaftlichen Arbeitens stehen, hätten hierzu eine zu große Scheu und ich bin der Meinung, diesen Wunsch auf ein in diesem Sinne halb-öffentliches Verfahren muss man akzeptieren. Das heißt ja nicht, dass das Reviewverfahren deshalb intransparent oder unfair wäre – im Gegenteil: Jeder Autor bekommt, falls es nötig ist, ein Einzelcoaching bis zur Veröffentlichung seiner Arbeit bei w.e.b.Square.

… heute gibts den KaffeePod!

Mit dem Lauch des KaffeePod im September konnten wir den ersten großen Meilenstein erreichen. Doch jeder, der ein (Medien-)Projekt macht, weiß, jetzt geht es erst so richtig „ans Eingemachte“. Vor allem wollen wir den Semesterauftakt dazu nutzen, das neue Podcastangebot unter den Augsburger Studierenden bekannter zu machen. Hierzu gibt es seit ein paar Tagen einen Flyer, den ich Euch nicht vorenthalten will:

Der Flyer soll ab Montag an verschiedenen Orten verteilt werden – bei aller Diskussion um den virtuellen Raum dieses Mal ganz real in der Cafete, in der Mensa und an anderen Stätten, wo sich Erstsemester aufhalten. Den Flyer selbst konnten wir nur drucken, weil wir dafür mit dem IT-Servicezentrum einen Sponsor gefunden haben, und natürlich auch, weil wir mit Caro eine kreative Designerin in unserem Team haben. Wenn Ihr, liebe Blogleserinnen und -leser nun helft, den Flyer und damit auch die Idee des KaffeePod im Internet zu verbreiten, würden wir uns sehr freuen! Danke Euch allen!! :-)

PS: Inzwischen gibt es online erste Schnipsel vom KaffeePod international, unserer nächsten „Baustelle“ neben dem Erreichen der Zielgruppe für den deutschsprachigen KaffeePod. Denn es geht immer weiter… immer weiter… irgendwie.

Neue Informationsangebote zu schaffen, das ist dieser Tage nichts besonderes. Doch die meisten Informationen werden nach wie vor textbasiert transportiert und sind mitunter schwere Kost. Manche Angebote sind natürlich besser, manche schlechter gemacht. Doch schwierig bleibt es trotzdem, den Überblick über relevante Informationen zu behalten. Auch wir haben in den letzten Wochen und Monaten ein neues Informationsangebot geschaffen. Mithilfe von digitalen Medien oder genauer: durch digitale Hörspiele, sogenannte Podcasts, wollen wir den Kontext Universität für Schüler und junge Studierende transparenter machen, aber auch für die Unterschiedlichkeit von Wissenschaft, von Fächern und Fachkulturen auf unterhaltsame Weise sensibilisieren. Aufmerksame Leser meines Blogs wissen jetzt natürlich gleich, was ich damit meine: den KaffeePod.

Bislang musste ich, wenn ich prozessbegleitend über den KaffeePod berichtet habe, immer über die Zukunft spekulieren – denn ich konnte nur Entwicklungen skizzieren und darauf hoffen, dass wir den „Piloten“ gut über die Bühne bekommen. Schließlich läuft das Projekt nun beinahe ein Jahr und nach und nach haben wir viele Studierende und Universitätsangehörige mit der Idee, einen Podcast über Lernen, Leben und Arbeiten an der Universität anzufertigen, begeistert. Und wo der KaffeePod gewissermaßen „greifbar“ ist, sind alle Teammitglieder richtig stolz auf das Produkt… und das Team ist groß, glaubt es mir ;-)

Mit dem Launch des KaffeePod sind jetzt viele Erwartungen und Hoffnungen verbunden – immerhin ist die Art des Informationsangebots neu und das Projekt an sich erhält intern und extern viel Zuspruch. So hat es zum Beispiel auch eine Erweiterung des KaffeePods, nämlich Bildungspodcasts für ausländische Studierende zu produzieren, unter die besten 20 Einreichungen beim Ideenwettbewerb Generation-D geschafft. Die Freude darüber ist groß – denn offenbar glauben zahlreiche Personen an unser Projekt, obschon wir stets über „ungelegte Eier“ reden mussten. Aber das ist ja zum Glück vorbei :-)

Mit der Produktion der ersten Audiopodcasts und der Umsetzung des Online-Auftritts kommen allerdings neue Anforderungen auf das gesamte Team zu: Es gilt, sowohl die Lehrveranstaltung als auch das Begleitstudiumsangebot zum KaffeePod weiterzuführen, sich fortan intensiv um die Distribution der Podcasts zu kümmern und natürlich auch am KaffeePod 2.0 weiterzudenken. Was wir uns schließlich darunter vorstellen, zeigen Tamara und ich auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft am kommenden Dienstag in Berlin. Und wer dort nicht hinkommen kann, findet hier bald unsere Präsentation. Ihr dürft also gespannt sein, denn wir denken immer weiter… ganz bestimmt.

PS: An dieser Stelle möchte ich es nicht verpassen, Danke zu sagen – Danke allen fleißigen Helferinnen und Helfern, die in der letzten Zeit so engagiert mitgearbeitet haben, dass aus der Idee zum Bildungspodcast nun die Hörspielreihe KaffeePod wurde. Ihr seid die besten!

Seit gestern Abend ist sie also online, unsere neue w.e.b.Square-Ausgabe. Auf die Aufgabe zum Thema „Reflexion“ habe ich mich inhaltlich schon länger gefreut, da wir nun endlich ein paar sehr gute Projekttagebücher und -berichte, die im Rahmen des Begleitstudiums entstanden sind, öffentlich zeigen können. Außerdem besteht eine w.e.b.Square-Ausgabe nun erstmals ausschließlich aus Reflexionen, die ja von Beginn unserer Initiative eine der vier Ecken ausmachen, aber bislang leider nur eine untergeordnete Rolle auf der Online-Plattform spielen.

Dies hat aus meiner Sicht zwei Gründe: Einmal ist es bis heute eher unüblich, im Kontext Universität Lernerfahrungen schriftlich zu reflektieren bzw. dass Reflexionen Gegenstand von Prüfungsleistungen sind. Dies zeigt sich dann auch in der Verteilung der Arbeiten auf w.e.b.Square: Viele von ihnen haben zwar Ich-bezogene Anteile (z.B. in Einleitung und Fazit), legen aber doch den größten Fokus auf die fachlichen Inhalte.

Der zweite Grund, warum eher wenige Reflexionen im Internet zu finden sind, ist aus meiner Sicht folgender: Viele Studierende schätzen zwar die Möglichkeit, gemeinsam mit der Gruppe und/oder mit dem Dozenten ihre Lernerfahrungen zu betrachten; die wenigsten können sich aber vorstellen, diese öffentlich im Internet preis zu geben – schon gar nicht unter Nennung des eigenen Namens. Ich habe für eine solche Perspektive großes Verständnis und bin umso glücklicher, dass sich ein paar Studierende bereit erklärt haben, ihre gewiss ungewöhnlichen studentischen Arbeiten ins Netz zu stellen.

Die leichten Schwierigkeiten, die aktuelle Ausgabe mit Reflexionen zu füllen, hat intern zudem eine kleine Diskussion in Gang gebracht: Wir werden uns überlegen, inwieweit wir den anderen Schwerpunkt solcher Publikationen gegenüber „typischen“ wissenschaftlichen Arbeiten erläutern oder über die Zuordnung in die Ecke „Reflexion“ hinaus kennzeichnen müssen. Denn schade wäre es allemal um die wirklich gelungenen Einblicke in Lernprozesse von Studierenden.

PS: Die Pressemitteilung zur vierten w.e.b.Square-Ausgabe dieses Jahres findet sich übrigens im neu gestalteten Pressebereich des imb.

Die Arbeiten am KaffeePod gehen – trotz Ferien – gut voran. Die Studierenden produzieren fleißig die ersten Pods und auch die Begleitstudiumsteilnehmer basteln engagiert an der Website. So konnten wir in der letzten Zeit einiges an Content fertig stellen; die Seite selbst ist in der Mache und wird aller Voraussicht nach Mitte September (passend zur Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft – GMW) online gehen. Bis dahin ist nicht mehr viel Zeit, sodass bei allen Beteiligten die Spannung steigt. Schließlich ist der Zeitpunkt des Launches stets ein besonderer Moment.

Hinzu kommt, dass wir (d.h. Tamara und ich) auf der Tagung erstmals das hinter dem KaffeePod stehende Konzept vorstellen: Im Vordergrund steht dabei das Zusammenspiel von Seminar und Begleitstudium, das sich unserer Meinung nach sehr förderlich auf die Projektarbeit auswirkt. Studierende können am realen Kontext und in selbstorganisierter Projektarbeit Mediaplanung und -produktion lernen; Ähnliches gilt für die Teilnehmer im Begleitstudium, die vor allem ihre praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich von Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie von Layout und (Web-)Design erweitern können.

Darüber hinaus wollen wir herausstellen, welches Potenzial das Medienprodukt „KaffeePod“ für die Hochschulentwicklung hat. Schließlich werden viele Personen aus der Universität Augsburg in diese Medienproduktion integriert und zahlreiche Projektpartnerschaften währenddessen geschlossen. Die Idee, über die Arbeit am KaffeePod stärker für die Sichtweisen anderer Fachbereiche und Disziplinen zu sensibilisieren, stößt dabei vorwiegend auf positive Resonanz. Wie bei jedem Organisationsentwicklungsprozess üblich, gibt es natürlich auch Gegner und Personen, die sich weder inhaltlich noch durch ihre Stimme in der Hörspielproduktion wieder finden möchten. Dies soll hier nicht verschwiegen werden, obschon wir erkennen, dass die netten Reaktionen deutlich überwiegen.

Inwiefern nun vom KaffeePod-Projekt (interne) Hochschulentwicklung ausgeht, müssen wir weiter beobachten und ggf. auch in angehängten Forschungsarbeiten (z.B. thematisch passende Abschlussarbeiten) klären. Der derzeitige Stand deutet aber darauf hin, dass neben der intendierten Wirkung auf Lernen und Kompetenzentwicklung der Studierenden sowie für die Hochschul- und Wissenschaftskommunikation Prozesse im Bereich der Organisationsentwicklung angestoßen werden. Eine schöne Entwicklung, wenn unter dem Deckmantel der Studien- und Berufs(weg)orientierung für Jugendliche und junge Erwachsene die Universität als Ganzes näher zusammenrückt.

PS: Die Bedeutung von Kommunikation im Prozess der Hochschulentwicklung wird übrigens in einem Artikel von Sigrun Nickel („Hochschulmodernisierung ist Kommunikation“, S. 230–241) näher umrissen. Die Ausführungen sind zwar schon etwas älter (von 1999), aber inhaltlich durchaus aktuell und von daher als Lektüre empfehlenswert.

Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag waren Marcel Kirchner und einige seiner Studierenden in Augsburg zu Gast. Am ersten Tag stand das allgemeine Kennenlernen im Vordergrund; nach einem Input von Marcel zum medienwisssenschaftlichen Studium an der TU Ilmenau haben wir uns viel unterhalten und Augsburg angesehen. Leider war das Wetter ziemlich mies, sodass ich den Gang auf eine kurze Runde durch die Altstadt beschränken musste. Dafür blieb mehr Zeit für den König von Flandern und das Lamm ;-)

Am zweiten Tag ging es dann darum, inwieweit das Augsburger Begleitstudium auf andere Studiengänge bzw. Hochschulen übertragbar ist. In Marcels Seminar wurden hierzu kleinere Studien angefertigt, die eins aufzeigten: Prinzipiell besteht Interesse an einer Übertragung auf andere Studiengänge (bei geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern etwas mehr als bei Ingenieurswissenschaften). Angepasst werden muss das co-curriculare Modell auf die spezifischen Bedürfnisse der Studierenden, aber auch an die Rahmenbedingungen der Universität. Dies schließt sowohl ein entsprechend eigenes „Wording“ als auch die Passung zum vorherrschenden Curriculum ein.

Während letzteres jedem einleuchten mag, möchte ich kurz näher auf die Schwierigkeiten mit den Bezeichnungen vor allem mit den einzelnen Bausteinen des Begleitstudiums eingehen. Insbesondere der Baustein „Soziales“ wurde nämlich aus ingenieurswissenschaftlicher wie auch aus betriebswirtschaftlicher Perspektive kritisch beäugt. Als Alternative wurde „Organisatorisches“ vorgeschlagen – bei etwa gleichen Inhalten. Über die Begriffe und insbesondere die Passung zur Begriffswelt in den einzelnen Studiengängen haben wir dann lange gesprochen; immerhin erscheint uns Organisatorisches ganz was anderes als Soziales. In weiteren Vorschlägen wurde das Begleitstudium gänzlich umbenannt; der soziale Baustein wurde in starker Abwandlung (etwa bei Sylvias Gruppe) zu „Marketing“. Auch das erzeugt – je nach Hochschule – sehr unterschiedliche Assoziationen und wäre in unserem Augsburger Kontext vermutlich schwer gebräuchlich. Eins zeigt sich aber: Während in Augsburg oftmals unklar ist, wie das wissenschaftliche Problemlösen in Ergänzung zum herkömmlichen Studium aussehen soll, bereitete in Ilmenau der soziale Baustein Kopfschmerzen. Und es zeigt sich auch, dass man die Begriffswelt an die Denkweise der Studierenden und nicht zwingend an die der Lehrenden anpassen sollte.

Gern hätte ich noch etwas darüber diskutiert, ob es jetzt tatsächlich zu einer Übernahme in Ilmenau kommt und wie man die Implementierung aus Lehrendensicht unterstützen kann. Leider musste ich zu einem Anschlusstermin und werde diese Fragen wohl eine Weile zurückhalten (müssen). Dies gilt ebenso für Fragen der Vermarktung: Auf den abschließenden Vortrag einer Vertreterin der Stuttgarter Know How! AG musste ich ebenso verzichten.

Resümee: Am Ende des Tages muss man trotz oder eben wegen dieser vielen Diskussionen sagen: In Marcels Seminar sind fruchtbare Ergebnisse für ein Weiterdenken des Begleitstudiums herausgekommen.

Seit vielen Jahren machen wir uns in Augsburg Gedanken darüber, wie man Studierende stärker in Lehre und Forschung einbinden kann und auf dem Weg die Förderung überfachlicher Kompetenzen im Hochschulstudium erleichtert. Vor allem im Zuge der wissenschaftlichen Begleitforschung zum Begleitstudium und aufgrund von praktischen Erfahrungen mit der co-curricularen Projektarbeit konnten wir dabei zahlreiche Erkenntnisse zu offenen Bildungsinitiativen sammeln. Anlässlich unseres nahenden Besuchs auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) haben wir uns nun zu einem Call for Papers zu diesem Thema entschieden. Denn mit dem dritten Thementisch können wir auf zahlreiche Erfahrungen und unterschiedliche Diskussionen zur (studentischen) Partizipation zurückblicken. Zudem scheint das Interesse an der Integration der Studierendenmeinung zu wachsen. Außerdem wird im Zuge der OER-Bewegung immer mehr darüber diskutiert, was (förderliche) Rahmenbedingungen für Partizipation sind. Unter dem Stichwort „Offene Bildungsinitiativen: Fallbeispiele, Erfahrungen und Zukunftsszenarien“ möchten wir nun Studierende wie auch Lehrende und andere Interessierte zur Beteiligung an dem Band aufrufen. Durch die bunte Zielgruppe erhoffen wir uns Einreichungen aus unterschiedlichen Perspektiven auf studentische Partizipation, um ein möglichst umfassendes Bild vom Stand offener Bildungsinitiativen an der Hochschule zu zeichnen. Möge das Vorhaben gelingen… wir zählen auf Euch!

In den letzten Jahren hat sich das Projekt w.e.b.Square kontinuierlich erweitert. Häufig habe ich über die Themenhefte berichtet, die infolge von herausragenden studentischen Arbeiten aus dem Augsburger MuK-Umfeld entstanden sind. Seit zwei Jahren gibt es auch die w.e.b.Square-Tagungen, die darauf hinarbeiten, den Wissensaustausch von Studierenden vor Ort zu fördern. Mit dem Call for Papers erweitert sich das w.e.b.Square-Portfolio um eine weitere Facette, nämlich um die gezielte Ansprache von studentischen Autoren zum Thema „Social Networks“ innerhalb und außerhalb unserer eigenen Universität. Das Thema kommt dabei nicht von ungefähr: Social Networks verändern Leben, Studium und Arbeiten bei den meisten jungen Erwachsenen seit Jahren merklich; viele von ihnen fühlen sich heute als Teil einer virtuellen Community und möchten nicht mehr auf die Tools verzichten. Trotzdem gibt es einige Studierende, die Sinn und Nutzen hinterfragen; nicht selten sind Facebook, studiVZ etc. Gegenstand von realen Gesprächen oder etwa Diskussionspunkte in (Lehr-)Veranstaltungen. Die wachsende Zahl an Netzwerke(r)n hat uns schließlich darin bestärkt, dieses Thema zum Gegenstand des ersten w.e.b.Square-Calls zu machen:

Während Calls in der wissenschaftlichen Welt allgegenwärtig sind, ist dies für w.e.b.Square ein bislang nahezu unbetretenes Testfeld. Nur selten werden Studierende dazu ermutigt, eigene Beiträge zu veröffentlichen bzw. oftmals sind die Hürden hoch, sich an Calls zu beteiligen. Allein die wissenschaftliche Begriffswelt schreckt Studierende ab, einen Artikel im Laufe des Studiums einzureichen. Wir haben uns daher bewusst für eine einfache Sprache und für geringe Einstiegsvoraussetzungen entschieden. So müssen lediglich fünf Seiten eingereicht werden; zudem gelten Reflexionen und Erfahrungsberichte ebenso wie theoretische Erörterungen als relevant. Mit den Ecken hat w.e.b.Square schließlich ein gut erprobtes Raster, das die Herkunft der Beiträge eindeutig zu klassifizieren hilft.

Aus Forschungssicht ist es zudem spannend, was die Studierenden und damit die Betroffenen selbst über soziale Netzwerke denken. Immerhin wird gern über sie geschrieben, ihnen aber nur selten ein Forum für die Darstellung der eigenen Meinung gegeben. Das möchten wir nachholen. Wenn auf die Weise Studierende noch Spaß an Wissenschaft gewännen, wäre das mehr als nur ein angenehmer „Nebeneffekt“.

Gestern fanden mehrere Kick-off-Veranstaltungen im Begleitstudium statt. Das ist an sich nichts Neues, gibt es doch Semester für Semester neue (studentische) Initiativen, die sich mit unserer Hilfe zusammentun oder von allein den co-curricularen Rahmen für Projektarbeit suchen. Dabei stehen immer die Studierenden und ihr überfachlicher Kompetenzgewinn im Fokus. In letzter Zeit kommt es jedoch häufiger vor, dass wissenschaftliche Mitarbeiter nicht nur das Mentoring, sondern auch die inhaltliche Leitung der Projekte übernehmen. Im Hinblick auf die Kompetenzentwicklung der Studierenden ist das nicht so dramatisch: Gerade zu Beginn eines Projekts wird der Mentor stark eingefordert und ist integraler Bestandteil des Teams. Leitungsfunktionen (und Rollen überhaupt) bilden sich erst langsam bei den Studierenden aus und können sich aufgrund des natürlichen Projektverlaufs laufend verändern. Ich sehe jedoch neue Anforderungen auf die Lehrenden durch die wachsende Zahl an Begleitstudiumsangeboten zukommen, denn sie müssen von ihrem Selbstverständnis eine ganz andere Rolle während dieser Projektarbeit einnehmen. So unterscheidet sich ihre Rolle beispielsweise auch von der Projektarbeit im Seminar: Während ich als Coach in einem Projektseminar einen eindeutigen Rahmen schaffe, innerhalb dessen sich die Studierenden bewegen können, muss ich im Begleitstudium darauf achten, möglichst offene Ziele zu geben, ohne dabei zu stark zu lenken. Immerhin sollen Entscheidungen im Team getroffen und nicht „von oben“ vorgegeben werden. Dies ist bisweilen schwierig, denn erfahrungsbedingt könnte man den Projekten viel mehr Struktur „verpassen“. Doch darum geht es nicht. Öfters muss ich mir daher selbst auf die Füße treten, die Studieren „einfach machen lassen“ und nur bei völlig falschem Vorgehen eingreifen. Anderen Lehrenden geht es ähnlich. Aufgrund der persönlichen Eindrücke sehe ich daher eine neue Anforderung auf das Begleitstudium zukommen, nämlich gewissermaßen eine Train-the-Trainer-Maßnahme, die über ein reines Informationsangebot über Chancen und Grenzen hinausgeht. Sensibilisierung für die unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnisse sowie für die Rollenthematik scheinen mir hier ein wichtige Stichworte, ohne bereits genau zu wissen, wie man dies möglichst elaboriert in einem Workshop vermitteln könnte. Erste Anforderungen haben Hannah und ich jedenfalls gleich nach den gestrigen Veranstaltungen diskutiert (praktisch, das mit dem geteilten Schreibtisch!).

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