Ungefähr sechs Monate und unzählige Besprechungen später halte ich heute die ersten Abschlussarbeiten in Händen, die offiziell von mir betreut worden sind und die ich auch bewerten darf. Ich muss zugeben, ich finde diesen Rollenwechsel von der Abschlussarbeitskandidatin, die ich vor nicht allzu langer Zeit selbst war (und bei der Promotion aktuell noch bin), hin zur Erstkorrektorin einer Qualifikationsarbeit einigermaßen aufregend. Immerhin habe ich durch die enge Betreuungssituation zu vielen Zeitpunkten mitbekommen, wo die Studierenden stehen und wie sie sich von Treffen zu Treffen entwickelt haben. Und dabei meine ich sowohl die inhaltliche als auch die persönliche Entwicklung. Schön zu sehen ist nämlich auch, wie die Studierenden in dieser letzten Studienphase nochmals reifen: durch das viele Lesen und damit verbundene Denken, durch tiefe Gespräche mit Kommilitonen und Betreuern sowie durch die lange Zeit der Beschäftigung mit einem Thema, was sie sonst nicht gewohnt sind. Noch erfreulicher ist es dann, wenn die Arbeiten – zumindest auf den ersten Blick – einen guten Eindruck hinterlassen und Lust zum Lesen machen. Ich will mich daher bemühen, die Arbeiten rasch durchzusehen. Ich bin mir allerdings sicher, dass die Begutachtung und die damit verbundene Bewertung der Arbeiten eine nochmals eigene Herausforderung ist – die ich natürlich gerne annehme, aber das ergibt sich ja von selbst.