Es ist schon einigermaßen interessant, wenn die aktuelle Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT ihren Teil Chancen mit einem Thema eröffnet, über das ich erst kürzlich gebloggt habe: das Corporate Publishing oder, etwas weiter gefasst, das Wissenschaftsmarketing an sich. Der betreffende Artikel scheint mir inhaltlich sehr ausgewogen und nah an der Praxis zu sein: So wird berichtet vom Selbstverständnis des Wissenschaftlers, der sich mitunter mit der Öffentlichkeitsarbeit schwer tut, vom zentralen Öffentlichkeitsarbeitsreferenten an Hochschulen, der zum Teil chronisch überarbeitet ist, und von der Aufgabe der Wissenschaft an sich, sich nach außen zu öffnen. Auch einige Lösungsansätze werden skizziert, zum Beispiel die Hoffnung auf ausgeklügelte Kommunikationsstrategien und -maßnahmen teuer beauftragter Full-Service-Agenturen. Ob diese Konzepte zu Bildungseinrichtungen passen, wird unter Rückgriff auf die Ökonomisierungskritik von Münch (2009a, b) und weiteren hinterfragt. Insofern ein wirklich lohnenswerter Artikel, der die sehr unterschiedlichen Anforderungen an Kommunikation (und Kommunikationsstrategien) im Non-Profit- und Public-Bereich auf den Punkt bringt.


Quellen:
Münch, R. (2009a). Globale Eliten, lokale Autoritäten. Bildung und Wissenschaft unter dem Regime von PISA, McKinsey & Co. Frankfurt: Suhrkamp.
Münch, R. (2009b). Unternehmen Universität. Aus Politik und Zeitgeschichte. 45, 10–16.