Jetzt ist es tatsächlich auch bei mir drei Jahre her, dass ich mit dem Bloggen angefangen habe. Um es vorweg zu nehmen: Ich habe es nicht bereut ;-)

Ich erinnere mich aber noch gut daran, wie es überhaupt dazu kam, mit dem öffentlichen Schreiben zu beginnen: Am Ende meiner ersten Vorstellung im Doktorandenkolloquium habe ich die Frage gestellt, wie ich all die neuen Erfahrungen der Projektarbeit konservieren kann und mir gleichzeitig auch eine kritische Haltung zur Evaluation bewahre. Von Beginn an war mir nämlich klar, dass die Bearbeitung von Fragestellungen in Drittmittelprojekten immer auch ein Aushandlungsprozess ist. Rückblickend interessant ist, dass sich mein Blog in den letzten drei Jahren in eine etwas andere Richtung entwickelt hat: Aufgesetzt als direkte Begleitung meiner Dissertation sind die Themen längst allgemeiner geworden, mal mit einem Augenzwinkern zu gebrauchen oder auch zur längeren Reflexion gedacht. Das mag auch damit zu tun haben, dass die Evaluation, die Grundlage meiner Doktorarbeit ist, längst abgeschlossen ist, und ich inzwischen abstrakter über (ökonomische) Bildung nachdenke. Hinzu kommt sicherlich auch, dass man eine Dissertation nicht von Beginn bis zum Ende planen kann, selbst wenn man dies wollte: Es verändern sich Interessenlagen, damit zusammenhängend Fragestellungen und theoretische Rahmungen, vielleicht ergeben sich auch beruflich oder privat Neuerungen. Nicht selten hat man daher das Gefühl, sich mit der Doktorarbeit im Kreis zu drehen, auch wenn die Analogie des Kreises eigentlich gar nicht angebracht ist. So geht es doch vielmehr darum, sich an den Rändern eines längeren, kurvenreichen Wegs einzupendeln – und währenddessen permanent voranzuschreiten, stets das (vage) Ziel vor Augen. Denn eine Dissertation ist immer ein inhaltlicher und persönlicher Entwicklungsprozess, so viel ist klar.

Feststellen kann man auch, dass sich meine Blog-Einträge selbst massiv verändert haben: Früher war der Blog eher das für mich, was Twitter heute ist: Eine Möglichkeit, kurz auf interessante Links oder Neuigkeiten aus unterschiedlichen Bereichen hinzuweisen. Solche Einträge gibt es (so gut wie) nicht mehr an dieser Stelle. Stattdessen schreibe ich weniger Blogeinträge, die dafür länger sind und meist auch bei der Erstellung mehr Zeit einnehmen. Mit dieser Art zu schreiben, bin ich längst nicht allein: Immer wieder ist im Web zu lesen, dass sich Blogs über die letzten fünf (bis zehn?) Jahre gewandelt haben. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es mit der Blog-Entwicklung im Anschluss an die Doktorarbeit nicht nur bei mir, sondern auch ganz generell weitergehen wird.