Nun hat mich die Vorlesungszeit und das Büro wieder – krankheitsbedingt eine Woche später als geplant. Zum Glück lassen sich solche minimalen Verschiebungen zu Semesterbeginn noch ganz gut ausgleichen; jedenfalls sind heute so gut wie alle Studierenden in meine Lehrveranstaltungen gekommen, die sich auch dafür angemeldet hatten. Das ist ja nicht immer so – schon gar nicht, wenn sich zeitliche Verzögerungen ergeben und man in der Zwischenzeit vielleicht auf eine andere Veranstaltung zurückgreifen kann.

Im „Angebot“ habe ich dieses Semester drei höchst unterschiedliche Veranstaltungen, deren Gemeinsamkeit allenfalls im (öffentlichen) Publizieren und im problemorientierten Ansatz des zugrundeliegenden didaktischen Konzepts liegt. Es gibt, wie gewohnt im Winter, das w.e.b.Square-Seminar, innerhalb dessen wieder eine studentische Tagung organisiert werden wird. Leider ist der Zuspruch zum Seminar dieses Semester etwas kleiner als sonst ausgefallen. Daher mussten Tamara, mit der ich die Veranstaltung zusammen anbiete, und ich spontan etwas umdisponieren. Wenige Aufgaben haben wir aus dem Seminar herausgenommen und werden diese versuchen, über das Begleitstudium abzudecken (weshalb sich die Doppelstruktur einmal mehr bewährt). Gleichzeitig haben sich alle Teilnehmer bereit erklärt, zusätzlich zu den Vorträgen kleinere Aufgaben im Bereich PR zu übernehmen. Das ist, finde ich, eine eigene Erwähnung wert, denn so oft wird das mangelnde Engagement von Bachelorstudierenden beklagt. Hier haben wir offenbar das Gegenteil zu verzeichnen, worüber ich mich sehr freue. Auch unser Vorhaben, ein uniübergreifendes Peer-Review in die Veranstaltung zu integrieren, ist sehr gut angekommen. Partner sind hier einige Studierende der Medienpädagogik der Uni Mainz, die dort an Kerstins Seminar teilnehmen.

Eine weitere Veranstaltung, die ich schon einmal angeboten habe, ist das Seminar „Online-Befragungen“. Allerdings habe ich das Seminar im Vergleich zu den ersten Durchläufen etwas offener gestaltet. Meine Kick-off-Folien verdeutlichen den Seminarplan und die Abläufe nochmals genauer:

Spannend ist, dass ich den Studierenden vier Themen für die Forschungsarbeit übertragen wollte – und letztlich bei zwei Themen angekommen bin. Warum? Zum einen ist das so, weil ich mich auf Diskussionen eingelassen habe – und dies auch wollte, da ich den Wandel der Lehrendenrolle in einem Seminar, das dem forschenden Lernen gerecht werden will, essentiell finde. Dazu gehört auch ein gewisses Maß an Offenheit und Bereitschaft zur Diskussion. Zum anderen habe ich mit Wohlwollen vernommen, dass zwei Themen besonderen Anklang bei den Studierenden fanden: erstens die zeitliche Belastung von Bachelor-Studierenden sowie zweitens die Einheit von Forschung und Lehre. Ich kann mir vorstellen, dass die beiden Themen von MuK-Studierenden eher selten betrachtet werden und sie auf diese Weise ein gewisses Interesse erzeugen konnten. Jedenfalls ist es mir zum ersten Mal passiert, dass demgegenüber zwei Themen, die eher im Eventmanagement und in der Wissenschaftskommunikation zu verorten sind, abgelehnt wurden.

Mein drittes Seminar ist völlig neu. Es nennt sich Corporate Publishing im Bildungssektor und wird den Versuch starten, innerhalb eines Semesters anhand individueller Interessen und Fähigkeiten von Studierenden eine „echte“ Redaktion für eine Organisationspublikation auszubilden. Zusammen werden wir ein Magazin gestalten, was natürlich einiges an Vorlauf bedarf und wo die Perspektive des Medienmanagements nicht fehlen darf. Ich bin total gespannt, wie dieses Seminar verläuft, da es vor allem ein didaktisches Experiment ist, dessen Ausgang trotz eines klar formulierten Ziels völlig abhängig von der Einsatzbereitschaft der einzelnen Teilnehmer ist. Froh bin ich, dass ich auch in diesem Seminar nicht „allein“ bin. So haben mir bei der Vorbereitung Anna und Katha geholfen, und Anna unterstützt mich auch direkt im Seminar als Co-Dozentin. Externen Input für alle praktischen Fragen rund um Corporate Publishing erhalten wir von Serviceplan Public Relations, die ich für dieses Semester als Kooperationspartner gewinnen konnte.

Ihr seht: Das Wintersemester 2010/11 hat wiederum Einiges zu bieten und ich werde sicher des Öfteren über den Verlauf der Veranstaltungen berichten. Wer Lust hat, kann uns übrigens auf Twitter (ver-)folgen – die Hashtags sind: #websquare #olibe10 #copub10. Einmischen ausdrücklich erlaubt ;-)