Neulich wurde nach längerer Zeit mal wieder eine Einreichung von mir abgelehnt. Begründet wurde dies mit der Vielzahl an Interessenten und, so meine Interpretation, mit der mangelnden inhaltlichen Passung. Entsprechend neugierig war ich daher gestern auf das Programm zum Forum Wissenschaftskommunikation, das die Einreichung betraf und in ein paar Wochen in Mannheim stattfinden wird. Betrachtet man nun das Programm näher, sind doch in der Mehrzahl klassische Einreichungen im Bereich der Wissenschaftskommunikation vertreten. Jedenfalls verfolgen die Beiträge, soweit ich das vom Papier her einschätzen kann, alle eine Top-down-Logik der Kommunikation.

Mit Sicherheit spiegelt diese Form der Kommunikation die Realität an deutschen Universitäten wieder und wie Wissenschaftskommunikation professionell betrieben wird, allerdings werden doch die digitalen Medien und die daraus resultierenden Veränderungen in dieser Betrachtungsweise stark vernachlässigt. Entsprechend spielt auch auch die Kommunikation, die von unten, nämlich durch Öffnung von Lehre oder offene Bildungsinitiativen vonstatten geht, keine Rolle. Dies finde ich, nicht nur aufgrund meines abgelehnten Beitrags, der sich „Wissenschaftskommunikation „von unten“: Weblogs in Forschung, Lehre und Studium“ nennt, ausgesprochen schade. Zumindest anhand der Augsburger Erfahrungen kann man nämlich sagen, dass Wissenschaftskommunikation längst nicht mehr ausschließlich über klassische Kanäle verläuft. Vielmehr wird der einzelne Wissenschaftler über seine Scientific Community hinaus zum Kommunikator – mit allen positiven Auswirkungen und negativen Facetten, die Formen der (virtuellen) Thematisierung haben können.

Meinen Beitrag werde ich jedenfalls eine Weile aufbewahren und vielleicht in ein paar Jahren – ggf. modifiziert – nochmals einreichen. Vielleicht ist die Zeit dann reif dafür :-)