Neben Gründungsveranstaltungen unterschiedlichen Formats sollen auch Businessplanwettbewerbe dazu beitragen, dass sich Gründer und potenzielle Kapitalgeber kennenlernen können und füreinander Vertrauen gewinnen. Dies wird gewährleistet, indem bei solchen Wettbewerben variierende Leistungen beiderseitig erbracht werden und insbesondere Gründer einschätzen lernen, welche Erwartungen Kapitalgeber an ein Unternehmenskonzept haben (Schefczyk & Pankotsch, 2009, S. 1–2). Schefczyk und Pankotsch (2009, S. 3) ermitteln allerdings mithilfe eines Samples von 2.000 Gründern, von denen letztlich 493 Befragte in ihre Studie eingehen, dass die Teilnahme an Businessplanwettbewerben allein nicht zu größerem Erfolg bei der Suche nach potenten Kapitalgebern führt. Vielmehr stehe auch bei Businessplanwettbewerben die Möglichkeit zum Herstellen und Pflegen von Kontakten im Vordergrund. Betrachtet man ihre Definition von Businessplanwettbewerben, liegt dieser evozierte Nutzen nahe:

„Ein BPW ist i. d. R. keine Einzelveranstaltung, sondern eine Abfolge verschiedener Veranstaltungen innerhalb eines bestimmten Zeitraumes, der zwischen einem halben und einem ganzen Jahr liegt. Diese Veranstaltungen dienen primär der Präsentation des Wettbewerbskonzeptes selbst als auch, ggf. in mehreren Stufen, der jeweiligen Gewinner. Ergänzend können Veranstaltungen zur Wissensvermittlung (Seminare, Workshops) hinzukommen. Abweichend von diesem Muster sind reine Preisverleihungen, die sich auf eine Prämierungsveranstaltung konzentrieren.“ (ebd., S. 31)

In der Studie nicht erfasst werden leider die wachsenden Bemühungen zur Gründerausbildung oder Entrepreneurship Education in Schulen, weshalb auch keine direkten Bezüge zu business@school hergestellt werden.

Der Vergleich von business@school und „klassischen“ Businessplanwettbewerben ist trotzdem interessant, da gerade die dritte und letzte Phase bei business@school mehrere Elemente derartiger Wettbewerbe beinhaltet. Zentral ist in beiden Fällen die Präsentation der (Geschäfts-)Idee, die – wie in der Werbesprache – oft auch „Pitch“ (ebd., S. 5) genannt wird sowie der Businessplan, der als „wichtiges Kommunikationsinstrument zwischen Gründern und Kapitalgebern“ (ebd., S. 9) gehandelt und zum Teil in Postersessions ausgestellt wird.

Gleichzeitig kann man anhand der Ergebnisse sehen, welchen Stellenwert Gespräche mit anderen Gründern in der Gründungsphase einnehmen – sie gelten für Gründer als wichtigste Informationsquelle (vgl. ebd., S. 16). Auch in dieser Hinsicht ergibt sich eine gewisse Nähe zu business@school, wo die Unternehmensvertreter oftmals eine Vorbildfunktion für die Schülerinnen und Schüler einnehmen – und zwar nicht nur die Betreuer, die sich über ein Jahr für das Schule-Wirtschaft-Projekt engagieren, sondern insbesondere auch die Unternehmerpersönlichkeiten, die jene im Verlauf des Wettbewerbs kennenlernen und in die Ausgestaltung ihrer (Geschäfts-)Idee einspannen.

Interessant ist auch, dass die ersten Businessplanwettbewerbe in Deutschland im Jahr 1997 gegründet werden (vgl. ebd., S. 32) – ein Jahr bevor die Initiative business@school ins Leben gerufen worden ist. Ebenso ist die Integration einer Expertenjury auf beiden Seiten typischer Bestandteil des Wettbewerbs, deren Feedback im Falle von Businessplanwettbewerben differenziert eingeschätzt wird: So werden die Rückmeldungen von Jurymitgliedern auf regionaler Ebene als nicht so wichtig eingestuft; die Rückmeldungen auf überregionaler Ebene an die Gründer hingegen besonders geschätzt (vgl. ebd., S. 66). Auch bei business@school ist die Zunahme der Wertigkeit zu erkennen, da die Jurymitglieder von Stufe zu Stufe prominenter werden.

Fazit: Wer sich (wie ich) von der Studie konkretere Ergebnisse zu Businessplanwettbewerben und ihrer Wirksamkeit in der Schule erhofft hat, wird angesichts der kurz berichteten Ergebnisse enttäuscht sein. Wer sich jedoch einmal ein Bild über das Prozedere bei Gründerwettbewerben machen will und von einer streng betriebswirtschaftlichen Perspektive nicht abgeschreckt ist, dem sei ein Blick in die Studie empfohlen.

Quelle: Schefczyk, M. & Pankotsch, F. (2009). Gründungsveranstaltungen und Businessplanwettbewerbe – Impulse für Gründer und Kapitalgeber. Endbericht zur Studie. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie. Dresden: Analyticum.