Ein bis zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn findet bei uns traditionell die Anmeldung zu den Lehrveranstaltungen statt. Die Studierenden erhalten zwar schon Wochen vorher Einblicke in das aktuelle Lehrangebot, doch die Qual der Wahl haben sie erst, kurz bevor das Semester beginnt. Sobald die Veranstaltungen im Digicampus zur Verfügung stehen, kann man dabei einen rasanten Anstieg des studentischen Mailaufkommens beobachten: Kann ich auch nur zwei Punkte machen? Ist es schlimm, wenn ich mehr als zwei Mal fehlen werde? Kann ich der ersten Semestersitzung fernbleiben? Etc. Alles sind Fragen, die man von Semester zu Semester hört und für die man sich, streng genommen, fast einen Pool an fertigen Antworten zurechtlegen könnte. Auffällig hoch ist dieses Semester allerdings die Zahl derjenigen, die Interesse daran haben, als Gasthörerin bzw. Gasthörer in die Veranstaltungen zu kommen. Natürlich kommt auch das immer wieder vor, aber in der Vielzahl ist das eher selten (meist ein bis zwei Studierende pro Semester). Ich muss sagen, dass mich Anfragen dieser Art extrem freuen – aus zwei Gründen: Zum einen zeigen sie, dass Studierende aktuelle Fragestellungen bearbeiten und offensichtlich ihr theoretisches Wissen anwendungsbezogen vertiefen wollen. Zum anderen weisen sie darauf hin, dass Studierende nach wie vor (und trotz Bologna!) freiwillig in Veranstaltungen gehen, wenn sie ihren Interessensbereich treffen. Das finde ich angesichts der Diskussionen um Zeitknappheit im Bachelor-/Masterstudium durchaus bemerkenswert.

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