Als besonders förderliche und hinderliche Faktoren bei der Implementierung von Schulinnovationen werden oftmals die Charakteristika der Neuerung, die Organisation mit ihren Akteuren und Strukturen sowie der lokale Kontext benannt (z.B. Altrichter & Wiesinger, 2005; Rogers, 1995): Denn zunächst beeinflusst die Innovation, inwieweit diese als wichtig erachtet wird. Bietet sie Lösungen für wahrgenommene Probleme, sind ihre Ziele und einzusetzende Mittel eindeutig erkennbar, ist sie in ihrer Ganzheit erfassbar, zeichnet sie sich durch eine hohe Qualität, durch inhaltlich-kontextuelle Passung und Praktikabilität in der Umsetzung aus, so kann man hierin förderliche wie auch hinderliche Faktoren ausmachen. Inwieweit die Leitung einer Organisation sich für die Innovation einsetzt, also Zustimmung (Commitment) und eigenes Engagement bei der Umsetzung zeigt, zusätzliche Ressourcen und Fortbildungsmöglichkeiten beschafft sowie das Engagement einzelner Beteiligter fordert, fördert und anerkennt, kann sich ebenso positiv wie auch negativ auf die Implementierung auf personaler Ebene der Organisation auswirken. Darüber hinaus kommt es bei den Lehrern und bei den Schülern auf die vorhandenen Kompetenzen und Einstellungen an. Sollte ein Innovationsvorschlag z.B. unklar oder überfordernd sein, kann Unterstützung rasch ausbleiben. Auf struktureller Ebene ist von Bedeutung, inwieweit die Innovation zu den strategischen Zielen der Organisation passt und sich in Strukturen und Prozesse vor Ort einfügt. Dazu gehören z.B. Anreizsysteme und Karrieremuster sowie bestehende Curricula und Assessmentformen. Im Hinblick auf den lokalen Kontext lassen sich die regionale Verwaltung, das direkte Umfeld mit den unterschiedlichen Anspruchsgruppen und die politisch-strukturellen Rahmenbedingungen einer Organisation als innovationsförderlich oder -hemmend ausmachen. Auch die Veränderlichkeit der Schule als Ganzes nimmt Einfluss auf die Implementation von Schulinnovationen.