Gerade lese ich auf Zeit-Online einen Nachruf. Dabei geht es nicht (wie sonst) um einen unlängst verstorbenen Politiker, Medienmenschen oder sonst wen. Es geht um die „gute, alte“ Tafel. Whiteboards sollen sie ablösen, werden an Schulen und von Vertretern der Kultusministerien bereits gefeiert.

Ist die Tafel wirklich out?

Der Autor des Artikels, Arnfrid Schenk, meint zum Tod der Tafel: „Vieles wird mit ihr verschwinden, kein Tafeldienst mehr, keine Kreideschlachten, keine Schwammwürfe mehr, keine Lehrerkarikaturen mehr, die beim Aufklappen für hektisches Wischen des Porträtierten sorgten. Auch manche Ausrede wird flachfallen: ’Tschuldigung, ich kann die Formel nicht lesen, die Tafel spiegelt so. Auch die Aufgabe, Kreide zu holen, die man aus Solidarität mit den Hinterbänklern gerne ausdehnte – aus, vorbei.“ (ebd.) Gute, alte Zeit.

Aus Schülersicht ein Verlust, aus Lehrersicht auch?

Doch nicht nur die Schüler, auch die Lehrer sind vom „Ende der Kreidezeit“ betroffen. Der Autor stellt sich daher die durchaus berechtigte Frage: „[…] wird die Mehrheit der Lehrer sie je bedienen können? Die meisten sind doch schon am Videorecorder gescheitert.“ (ebd.) Ich hatte gehofft, dass sich Schule zumindest in dem Punkt verändert hat…

Den Abschied versüßen

Zum Abschied gibt es dann noch ein letztes Mal den Klang der Kreide zu hören und  das Geräusch, das ein Fingernagel macht, wenn die Kreide zu kurz war. Hach, ich werde sie auch vermissen – ein bisschen jedenfalls.