Wer kennt sie nicht: Kuschelnoten. In dem einen oder anderen Seminar wird mit besonders guten und wenig differenzierten Noten um sich geworfen, um der bisweilen schwierigen Bewertung der Studierendenleistung aus dem Weg zu gehen. Des einen Freud ist dabei des anderen Leid: Während sich der Easy-Going-Student über prima Noten freut, ist der engagierte Mitdenker empört über den wenig gerechten Umgang mit der von ihm erbrachten Leistung. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es ist tatsächlich einigermaßen kompliziert, faire Noten zu finden. Allein Feedbackstrukturen helfen dabei, die Leistung für alle fair und transparent zu bewerten (Alex hat in seinem Blog schon des öfteren darüber berichtet, u.a. zu Bewertungskriterien bei Referaten). Blöd ist nur, wenn man der eigenen Transparenz zum Opfer fällt. So ist jetzt beispielsweise an der FH Hildesheim ein Professor aufgefallen, der komplett auf Prüfungen verzichtet. Problem: Er setzt nicht etwa andere Formen des Assessments ein, was ja zu befürworten wäre, sondern ist schlichtweg zu selten anwesend, um ordentliche Noten zu verteilen (der Uni-Spiegel berichtet). Kein Wunder also, dass er seiner mangelnden Lehrbereitschaft irgendwann selbst zum Opfer fallen musste.