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Eher zufällig bin ich vor einiger Zeit auf eine Studie zum Stand von Corporate Social Responsibility (CSR) in Deutschland gestoßen, die vor allem die politische Dimension des Engagements von Unternehmen in den Blick nimmt. Obschon der Dialog unterschiedlicher Akteursgruppen bei CSR im Mittelpunkt steht, ist diese Herangehensweise bei Studien nämlich eher selten. Meist findet man Ergebnisse zur Wirksamkeit von CSR am Beispiel einzelner Unternehmen; etwas häufiger gibt es Informationen zum Funktionieren von Netzwerken, Projekten etc. Insofern ist allein die (Vogel-)Perspektive auf CSR spannend und die Anforderungen, die sich aus der politisch motivierten Betrachtung ergeben, lesenswert. Wenn man sich allerdings schon eine Weile mit dem (freiwilligen) unternehmerischen Engagement auseinandersetzt, fallen einem jedoch sicher andere Details als der bloße Zugang zu einem Thema auf. Eines dieser Details ist für mich eine Tabelle (Pleon & IFOK, 2008, S. 48), die CSR-Maßnahmen danach unterscheidet, mit welcher „Eingriffs- und Wirkungstiefe“ (ebd., S. 47) jeweils agiert wird:
Versuche, Engagement zu clustern, gibt es oft, international am gängigsten ist vermutlich die CSR-Pyramide nach Caroll (siehe weiterführend Eintrag im Sozwiki). Typisch ist auch die Unterscheidung nach der Langfristigkeit des Engagements, wie man sie etwa bei Knapp im Bereich des Corporate Volunteerings findet (siehe seinen Artikel in der Zeitschrift bildungsforschung). Im Vergleich zu den anderen Beschreibungsansätzen ist die oben angeführte Übersicht nun dahingehend besonders, als dass mit den beiden Bereichen „Capacity Building“ und „Anreizinstrumente“ Themenbereiche explizit aufgenommen werden, die in den bisherigen Darstellungen eine untergeordnete Rolle spielen oder in Teilen gar nicht zum CSR-Engagement gezählt werden. Leider werden die Gründe für die Aufnahme in der Studie nicht weiter vertieft und es bleibt nur zu vermuten, dass diese Integration mit der Perspektive auf CSR (Makroperspektive, siehe oben) zusammenhängt.
Interessant sind auch die Erwartungen, die Vertreter von Konzernen und von KMUs mit CSR verbinden. Denn diese sind, wer hätte es für möglich gehalten, durchaus unterschiedlich (Pleon & IFOK, 2008, S. 50–51, Hervorhebung im Original):
Aussagen von Großunternehmen
• Zentral für CSR ist die Freiwilligkeit und Kreativität des Engagements.
• Primäre Motive für CSR sind Marktanforderungen, Unternehmenswerte, Mitarbeitergewinnung (laut Umfrage unter Teilnehmerinnen und Teilnehmern der CSR-Konferenz im April 2008).
• CSR sollte eine werte- und marktgetriebene Praxis sein, keine gesetzlich verordnete.
• CSR wird zunehmend ins Kerngeschäft integriert und spielt eine wachsende Rolle entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
• Es gibt eine zunehmende Anzahl verschiedener Standards, Ratings und Wettbewerbe mit CSR- Bezug, die zu einer hohen Arbeitsbelastung im CSR-Reporting führen. Ein neuer Code of Conduct seitens der Bundesregierung ist daher nicht wünschenswert.
• Damit CSR in Deutschland vom Markt belohnt werden kann, ist die kritische Haltung bei Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie in Teilen der Medien zu überwinden, damit CSR deutscher Unternehmen international belohnt werden kann, ist eine verbesserte Wahrnehmung des hohen Niveaus impliziter unternehmerischer Verantwortung in der deutschen Sozialen Marktwirtschaft wünschenswert.
• Die Öffentliche Hand sollte ihre eigene unternehmerische Verantwortung stärker entwickeln.
• Die CSR-bezogenen Aktivitäten verschiedener Bundesressorts sollten besser koordiniert werden.
• Eine nationale CSR-Strategie, soweit überhaupt erforderlich, muss im Dialog mit den Unternehmen entwickelt werden.
Aussagen kleiner und mittlerer Unternehmen
• Unternehmerische Verantwortung ist für einen großen Teil von KMU wichtig und wird vor allem im regionalen Umfeld ausgeübt, allerdings meist nicht als CSR bezeichnet.
• Angesichts begrenzter Ressourcen für CSR sind KMU oft mit der Orientierung in der vielfältigen CSR-Landschaft überfordert, insbesondere im Feld von Labels und Standards.
• Der bestehende CSR-Fachdiskurs und die existierenden unternehmerischen Netzwerke und Initiativen benachteiligen strukturell KMU, die weniger Ressourcen zur Verfügung haben.
• Ein wichtiges Förderinstrument für CSR bei KMU kann die öffentliche Beschaffung sein.
• CSR sollte bei KMU von der Öffentlichen Hand direkter finanziell gefördert werden.
• Damit CSR in Zukunft bei KMU eine größere Rolle spielt, ist das Thema in der Ausbildung und im Studium zu stärken.
Aufgefallen ist mir übrigens noch eine Fußnote, die erläutert, dass CSR-Engagement längere Zeit weder von den Medien noch von der Wissenschaft betrachtet wird:
„Im Zeitraum 2000 bis 2004 befasste sich beispielsweise nur jeder fünfzigste Artikel in den deutschsprachigen Zeitschriften für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit dem Thema, wobei davon nur die Hälfte mit Partizipation eines Professors verfasst wurde.“ (Pleon & IFOK, 2008, S. 21)
Warum der Satz aus meiner Sicht pikant ist? Weil ich schon meine, dass die Partizipation eines Professors an einer Publikation wohl kaum als Indiz dafür ausgelegt werden kann, ob ein Thema als relevant bzw. aktuell einzustufen ist. Im Gegenteil: Ich habe schon öfters gelesen, dass die neuen Themen gerade nicht von Professoren besprochen werden (siehe weiterführend z.B. einen Artikel von Christoph Weller). Dies aber nur als Notiz am Rande.
Fazit: Wie so oft gilt auch bei dieser Studie: von der betriebswirtschaftlichen und überblicksartigen Perspektive nicht abschrecken lassen! Es finden sich viele interessante Details, die über das übliche Maß einer Studie hinausgehen. Interessant, aber hier nicht weiter besprochen, sind z.B. auch die Ausführungen zu kulturellen Unterschieden im Bereich gesellschaftlichen Engagements (vor allem der Vergleich Deutschland vs. USA) und Hinweise zum Selbstverständnis des Unternehmers (und daraus resultierenden Wording-Problemen mit dem CSR-Begriff).
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Quelle: Pleon & IFOK (2008). Die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (CSR) zwischen Markt und Politik. Berlin: Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Vor ein paar Tagen wurde ich gebeten, einen Kommentar für das Gesellschaftertagebuch der Aktion Mensch zu schreiben. Um ehrlich zu sein, wusste ich erst mal gar nicht, wohin mit der Anfrage, denn: Die Kampagne ist in den letzten Wochen und Monaten an mir vorbeigegangen. Doch irgendwie fand ich die Anfrage spannend und zudem passend für eine Zeit, die vermutlich nicht nur in Augsburg mit “Social Networks” überschrieben ist (wer es nicht mitbekommen hat: Am Freitag findet die w.e.b.Square-Tagung zu diesem Thema statt). Jedenfalls habe ich in meinem Beitrag versucht, die Entwicklung des Internets und damit zusammenhängend einige Veränderungen aufzuzeigen, die sich (natürlich!) auch auf das Zusammenleben von Menschen auswirken. Leider kann ich den Beitrag aktuell noch nicht online stellen, werde ihn aber Freitag verlinken (für diesen Tag wurde die Veröffentlichung zugesagt). An vielen Stellen kann und muss der Beitrag an der Oberfläche bleiben, denn die Zeichenzahl für den Tagebucheintrag ist begrenzt. Ich will daher hier die Gelegenheit nutzen und nochmals auf drei Studien verweisen, die ich in Punkto Nutzungsverhalten für grundlegend halte. Erstens ist die Studie von Schmidt, Paus-Hasebrink, Hasebrink und Lambert (2009) zu erwähnen, die sich mit dem Heranwachsen im Social Web auseinandersetzt. Daneben bieten zweitens die ARD-/ZDF-Online-Studie und drittens die KIM-/JIM-Studie jedes Jahr wichtige (neue und alte) Ergebnisse im Hinblick auf (aktuelle und künftige) Einsatzszenarien digitaler Medien. Wer sich also nicht so gut mit der Mediennutzung auskennt, kann und sollte in diesen Berichten nachlesen: Sie sind leicht zu verstehen und mit Sicherheit intersubjektiv nachvollziehbar.
Wenn man sich Tag für Tag im Internet bewegt, kann man sich kaum vorstellen, dass es Menschen gibt, die dies nicht nutzen. Doch es gibt sie… noch, wie der neue (N)Onliner-Atlas zeigt:
- Auf den ersten Blick sehe ich wenig Überraschendes in der Studie; es gibt sie nach wie vor, die Internet-Abstinenten, doch ihre Zahl sinkt kontinuierlich.
- Den größten Zuwachs an Onlinern verzeichnen Bundesländer wie Bremen und das Saarland, auch wenn etwa das Saarland weiterhin viele Offliner zu verzeichnen hat.
- Interessant finde ich, dass nach wie vor Männer häufiger online sind als Frauen (ebd., S. 15). Eklatant ist der Unterschied bei Senioren: Hier sind dreimal so viele Männer online als Frauen (siehe S. 48ff.).
- Positiv ist dagegen die Internet-Nutzung unter Schülern: Hier sind insgesamt 97% als Onliner zu bezeichnen. Auch diejenigen mit “formal einfachem” Bildungshintergrund werden sukzessive erreicht, allerdings in Ostdeutschland etwas seltener als in Westdeutschland.
- Ein Zusammenhang scheint auch zwischen Berufstätigkeit und Internetnutzung zu bestehen: So nutzen weitaus mehr Berufstätige das Internet als umgekehrt (ebd., S. 18).
- Bestätigt fühle ich mich, wenn ich mir die Internetnutzung nach Ortsgröße anschaue: Der Zusammenhang zwischen Einwohnerzahl und Internetnutzung ist schwach ausgeprägt, aber doch vorhanden (ebd., S. 19).
- Wenig überraschend hingegen ist, dass “zum dritten Mal in Folge” (ebd., S. 32) der Anteil der Nutzungsplaner zurückgeht. Je mehr Menschen mit dem Internet ausgestattet sind, desto weniger können dies letztlich planen.
Im internationalen Vergleich steht Deutschland damit – was die Internetnutzung angeht – auf dem 9. Platz… hinter einer Reihe von skandinavischen Ländern sowie Großbritannien.
Der (N)Onliner Atlas 2009 ist eine Studie der Initiative D21, die von TNS Infratest durchgeführt wird. Grundlage ist eine repräsentative Erhebung auf Basis von computergestützten Telefoninterviews (CATI).
Heute ist eine HIS-Studie zur ersten WiNbus-Befragung (Jaksztat & Briedis, 2009) erschienen. Im Zentrum steht die Bologna-Reform aus Sicht des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dass dieser die Reformbemühungen insgesamt kritisch beäugt, wundert mich nicht. Schließlich erlebt er den Wandel am eigenen Leib:
- Interessant finde ich, dass wissenschaftlicher Nachwuchs im Laufe des letzten Jahrzehnts skeptischer gegenüber den veränderten Studienstrukturen geworden ist (immerhin 35 %, S. 8). Dies passt auch zur Einschätzung vieler etablierter Wissenschaftler, die in letzter Zeit vermehrt über die Bologna-Reform klagen.
- Für viele Nachwuchswissenschaftler ist der Bachelor nach wie vor eine Zwischenstation zum Master, weshalb er für möglichst viele Studierende (und nicht nur für die Besten eines Jahrgangs) zugänglich sein sollte. Fachliche Qualifikation steht somit für den Nachwuchswissenschaftler klar im Vordergrund (ebd., S. 10).
- Dazu passen die Ergebnisse zu den erwünschten Eigenschaften des Masters: 41 % der Befragten sind der Meinung, dass ein Masterstudium auf Forschungsaufgaben vorbereiten sollte (kleine Randbemerkung: Und wer stellt all die Nachwuchsforscher an?).
- Was die Folgen der Bologna-Reform für den wissenschaftlichen Nachwuchs angeht, werden unterschiedliche Aspekte angesprochen: Inhaltliche Veränderung sowie Zeitknappheit durch Organisation und Verwaltung werden von einer ganzen Reihe von Nachwuchswissenschaftlern wahrgenommen. Hinzu kommen vermehrte Beratungsleistungen, die in der Literatur oft auf ein wachsendes individual-ökonomisches Kalkül zurückgeführt werden.
- Besonders interessant (u. a. angesichts meines anderen heutigen Eintrags) sind die Erkenntnisse zur geforderten Modernisierung in der Lehre. Ein echter Paradigmenwechsel hin zu mehr Projektarbeit und Übungen bleibt nämlich augenscheinlich aus (ebd., S. 14).
- In Bezug auf die Lehre fällt auf, dass sich vor allem diejenigen Nachwuchswissenschaftler über vermehrten Aufwand beklagen, die sich der Modernisierung verschrieben haben. Mein spontaner, erster Eindruck: Neben den Studienstrukturen an sich müsste auch die Anerkennung von Lehre reformiert werden! So kommen auch Jaksztat und Briedis (2009, S. 15) zu dem Schluss: “All dies spricht dafür, dass die im Zusammenhang mit der Lehre erbrachten Leistungen stärker als bisher honoriert werden sollten.” (ebd.)
- Ein weiteres Thema der Studie ist die berufliche Situation von Nachwuchswissenschaftlern. Dabei wird herausgestellt, dass sie gerade die Planbarkeit ihrer Karriere schlecht bewerten. Kein Wunder, wenn man sich von sechsmonatigen Verträgen zum nächsten hangelt und regelmäßig bei der Agentur für Arbeit aufschlagen muss…
- Neben der fehlenden Planbarkeit bemängelt der wissenschaftliche Nachwuchs seine finanzielle Situation. Auch hier muss ich sagen: Wen wundert’s? Halbe Stellen sind einfach nicht so attraktiv wie hochdotierte Verträge in der Wirtschaft. Auch wenn die Wirtschaft nicht das Heil an sich bringt, muss man die Abwanderung von guten Leuten zur Kenntnis nehmen. Oder umgekehrt: Wer in die Wissenschaft geht, braucht Ideale ;-)
Abschließend wagen die Autoren noch eine Aussage zu den Stellgrößen, die Nachwuchswissenschaftler zum Bleiben bewegen würden: Insgesamt sind die “Möglichkeiten zur fachlichen Qualifizierung und eine adäquate Förderung [...] wesentliche Voraussetzungen für die berufliche Zufriedenheit junger Forscher/innen” (ebd., S. 20). Darum ist es jedoch schlecht bestellt. Knapp die Hälfte der Befragten ist sich folglich unsicher, ob sie weiter im Wissenschaftsbetrieb beschäftigt sein möchte. Liebe Politik(er), das ist eine erschreckend hohe Zahl. Tu(t) was!
PS: Einige Medien berichten bereits über die Studie, z. B. die TAZ. Die Pressemitteilung der HIS GmbH findet sich ebenso im Netz.
Vor dem Bildungsgipfel war es noch die Meldung, heute geht es in den Nachrichten fast unter: Die Studie zu den Studiengebühren aus Sicht Studierender ist nun auf den Seiten der HIS GmbH online verfügbar. Leider blieb mir noch nicht die Zeit, mehr als die Zusammenfassung zu lesen und damit eine ordentliche Einschätzung zur Studie abzugeben – kommt! Passend zu dieser viel diskutierten Studie wurde eine Analyse der Studienanfänger des Wintersemesters 2007/2008 vorgelegt. Auch hier nehmen die Studiengebühren gewissen Raum ein, was ich angesichts der einschneidenden Veränderungen von Hochschule durch die erhöhten Kosten (bei gleichem Nutzen?) wichtig finde. Neben dem Gebührenthema werden in der zweiten Studie die Berufs- und Lebensziele von Studierenden angesprochen – aus meiner Sicht ein mindestens genauso spannendes Feld, lässt sich doch eine veränderte Haltung von Studierenden gegenüber ihrem Studium, den Lehrenden und der Hochschule immer stärker beobachten. Auch hier muss ich dringend genauer nachlesen.
Dass sich Jugendliche heutzutage viel im Web bewegen, wissen wir spätestens seit der KIM-/JIM-Studie. Dass sie das Internet inzwischen aber traditionellen (Audio-Visuellen-)Medien vorziehen, wird nun von einer Studie des Leipziger Medienpädagogen Bernd Schorb belegt. Untersucht wurden v.a. internetaffine Jugendliche, die über zahlreiche Plattformen wie das schülerVZ angesprochen wurden. Für mich zentrale Aussage der Erhebung: “Jugendliche nutzen das Internet nicht nur zur Information und Kommunikation, sie suchen hier vor allem auch nach Unterhaltung. Das umfasst neben dem Spielen insbesondere rezeptive Tätigkeiten. Im Internet und auch am Computer rezipieren Jugendliche auditive und audiovisuelle Inhalte. Dabei vervielfachen sie aber nicht einfach ihre rezeptive Nutzung, sondern greifen auf neuartige Nutzungsoptionen zu.” (Schorb et al. 2008, S. 8) Des öfteren fällt auch der Konvergenz-Begriff, der sich v.a. auf zwei Dimensionen bezieht: (1) auf das technische Zusammenwachsen in dem Sinne, dass digitale Daten – welcher Herkunft auch immer – gebündelt auf dem Rechner zusammenfließen; (2) auf die inhaltliche Konvergenz, “einen Inhalt über verschiedenste Medien und mediale Tätigkeiten zu verfolgen” (ebd., S. 4). Auch der Spiegel berichtet bereits, dass das Internet für Jugendliche das wichtigste Medium ist. Na dann.
Seit einigen Tagen bin ich wieder überall in Deutschland unterwegs, um an business@school teilnehmende Gymnasien zu besuchen. Ich reise wirklich gern dorthin, zumal man erst vor Ort einen „echten“ Eindruck vom Projekt gewinnen kann. Außerdem helfen die zahlreichen Gespräche mit Schülern, Lehrern und Schulleitern, den ohne Zweifel verengten „Computerblick“ auf die eigene Evaluation zu erweitern. Für mich kommt hinzu, dass ich keine ausgebildete Lehrkraft bin und insofern immer wieder überrascht bin von dem, wie Schule heute funktioniert. Obwohl mein Abitur noch nicht allzu lange zurückliegt, hat sich „die“ Schule doch sehr verändert. Der mehr und mehr zu findende, projektartig angelegte Unterricht ist nur ein Beispiel dafür. Inzwischen wird sehr viel mehr Wert auf Teamarbeit gelegt, als ich es rückblickend über meine Schulzeit sagen kann (auffällig übrigens, dass die eigene Schulzeit stets als Referenz herhalten muss ;-)). Außerdem öffnet sich Schule im Hinblick auf Themen, die vormals als negativ oder gar Schul-unwürdig angesehen wurden. Dazu gehört auch das Thema „Wirtschaft“, dessen Stellenwert an den von mir besuchten Schulen (v.a. allgemeinbildende Gymnasien!) unbestritten hoch ist. Selbst wenn nicht jeder Lehrer eine positive Haltung gegenüber Wirtschaft mitbringt, so wollen heutige Lehrkräfte immerhin kritisches Denkvermögen demgegenüber fördern – eine moderne Interpretation der humanistischen Bildungsidee, wie ich finde. Schließlich sind wir umgeben von der Wirtschaft und können nicht die Augen vor ihr verschließen. Ich bin schon gespannt, welche weiteren Eindrücke ich bis zum Ende meiner Schulbesuche mit „nach Hause“ nehmen werde, immerhin geht meine Deutschlandreise noch eine ganze Weile weiter…


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