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Ein Seminar, das mir in diesem Semester besonders auf Herzen liegt, nennt sich „Vom Hype zum Standardinstrument: Web 2.0 und Non-Profit-PR“ und hat zum Ziel, sich mit neuen Nutzungsformen und -gewohnheiten im Internet auseinanderzusetzen und im Anschluss daran in Kooperation mit einem Praxispartner Kommunikationskonzepte zu entwickeln. Die wesentlichen Inhalte der Veranstaltung werden zwar mindestens sechs Monate vor Beginn festgelegt; etwas Freiheit hat man aber darin, die Kooperationspartner zu suchen und sinnvoll in den Seminarprozess zu integrieren. Nachdem sich die Zusammenarbeit mit einer NGO zerschlagen hat, habe ich das kurzfristige Fehlen zum Anlass für die Aufbereitung der Diskussionen um die letzte GMW-Tagung genommen. Denn anhand der in Blogs vielmals verfassten Eindrücke kann man sehr gut ablesen, wie sich Face-to-Face-Kommunikation infolge der Durchdringung mit digitalen Medien und insbesondere von einfach zu handhabbaren Tools verändert bzw. sich womöglich eine neue (und bislang unbekannte) Durchmischung von realer und virtueller Welt ergibt. Mit welchen Herausforderungen schließlich Organisationen in der Kommunikation umgehen müssen, habe ich in einer Inputsitzung gestern (mehr oder weniger) kurz zusammengefasst:
In den kommenden beiden Sitzungen erarbeiten die Studierenden nun „Blitzlichter“ zu relevanten Fragestellungen im oben genannten Themenbereich. Diese Blitzlichter sollen dabei helfen, eine Übersicht über Problembereiche zu erhalten und die Seminarinhalte theoretisch zu untermauern. Natürlich dienen sie auch dazu, dass sich die Studierenden in das Thema hinein finden, denn: Kaum jemand der Teilnehmer hat Erfahrungen mit Non-Profit-PR, was im MuK-Studiengang durchaus überraschend ist; hinzu kommt eine eher zurückhaltende Nutzung von Web-2.0-Tools, auch von Blogs, weshalb ich das begleitende Blogging bzw. Microblogging im Seminar (Hashtag #npo09) besonders spannend finde. Schließlich geht es in der Veranstaltung auch darum, Chancen und Grenzen der Werkzeuge gewissermaßen „am eigenen Leib“ zu erfahren. Abgesehen davon eignen sich beide Werkzeuge (Blogging etwas mehr als Twitter) dazu, den Seminarprozess festzuhalten und den geschlossenen Seminarraum räumlich und zeitlich, aber auch für eine interessierte Gruppe zu öffnen. Die Studierenden werden neben verstärkter Interaktion und erweiterten Feedbackmöglichkeiten zusätzlich mit Leistungspunkten „belohnt“. Eine Logik, die sich infolge der Bologna-Reformen aus meiner Sicht zwingend ergibt.
Im Anschluss an die auf einschlägigen Theorien basierenden und diskursiv angelegten ersten Seminarsitzungen folgt die Praxisphase. Hier werden, ich habe das weiter oben schon benannt, Kommunikationskonzepte entwickelt. Als Partner steht erfreulicherweise die GMW selbst zur Seite. Die Konzepte basieren nicht allein auf „bloßen“ Überlegungen der Studierenden, sondern sollen ebenso auf theoretischen wie auch empirischen Ergebnissen aus Perspektive einer jungen Zielgruppe fußen. Damit man sich besser vorstellen kann, was wir „treiben“, hier eine kurze Übersicht der Aufgaben:
In diesem frühen Seminarstadium kann sich noch eine ganze Reihe (zum Positiven wie auch zum Negativen) entwickeln. Von daher seid Ihr herzlich eingeladen, uns via Blog und Twitter zu verfolgen und Euch mit Euren Meinungen einzubringen… das Seminar ist inhaltlich sehr vielfältg und bietet mit Sicherheit einige Ankerpunkte, um mit den Studierenden und mir zu diskutieren.
Inzwischen laufen sie also, meine drei Seminare, und mit leichtem Schmunzeln blicke ich auf die einzelnen Kick-off-Veranstaltungen zurück. Denn zunächst einmal bin ich überrascht über die ganzen Ansprüche, die anhand der Titel und Beschreibungstexte in meine Lehrveranstaltungen projiziert werden: angefangen bei Aktualität, Praxisbezug über Fall- bzw. Problemorientierung bis hin zu Spaß. Gefühlt ein ganzes Sammelsurium an Erwartungen, mit denen Studierende offenbar Seminare besuchen – gepaart mit dem Zwang zum Punkteerwerb und entsprechenden Modulwünschen. Während ich die Erwartungen, die an Lehre gestellt werden, sehr spannend und hilfreich für die Einordnung der Anforderungen an mich finde, bringen mich Punkteerwerb und Modulverteilung regelmäßig zum Grinsen: Denn die studentischen Verhandlungstaktiken werden immer ausgereifter und sind ein Stück weit auch strategisch ausgeprägt (siehe hierzu auch Gabis Arbeitsbericht). Das führt dazu, dass so mancher nur noch zwei Punkte braucht und diese mit möglichst wenig Aufwand erreichen möchte. Aus meiner Sicht ein Widerspruch in sich, wenn man nochmals auf die Erwartungen an die Veranstaltung schaut: Denn Praxis- und Problemorientierung stehen in keinem Verhältnis zu zwei Punkten oder, um es plakativer zu machen, zwei Punkte entsprechen dem Workload eines Referats, nicht aber dem von Gruppenarbeit und Co. Wer sich also auf der einen Seite praxisnahe Veranstaltungen mit aktuellem Bezug und Teamarbeit wünscht, der kann auf der anderen Seite nicht erwarten, sich durch den bloßen Erwerb von zwei Leistungspunkten eben dieser zu entziehen zu können. Ein anderer Widerspruch ist regelmäßig die Frage nach dem, wie wissenschaftliches und praxisorientiertes Arbeiten miteinander in Punkten aufgewogen werden: Ist es gewissermaßen gleich anspruchsvoll, praxisorientierte Lösungen zu finden bzw. theoretisch-konzeptionelle Ausarbeitungen anzufertigen? Natürlich vergleicht man ein Stück weit Äpfel mit Birnen, will man aber beides ins Seminar integrieren, lassen sich insbesondere aufgrund der gemachten Erfahrungen und der von Studierenden verfassten Reflexionen in vorangegangenen Semestern sehr faire Lösungen finden. Manchmal würde ich mir echt wünschen, dass bei aller Verhandlungstaktik auch mal den Dozenten vertraut wird… ;-)
Beim Thema „Twittern als Hausaufgabe“ wird offenbar lieber nach Australien als an die eigenen Unis in Deutschland geguckt. Selbst wenn Twittern im Artikel nicht ganz so gut weg kommt – lieber Spiegel, auch hierzulande gibt es eine Menge Lehrende, die die digitalen Medien für Lehren und Lernen einsetzen und seit einiger Zeit mit Twitter experimentieren! Ein kurzer Blick in Twitter bzw. in die deutschsprachige E-Learning-Community hätte mit Sicherheit geholfen, entsprechende Interviewpartner zu finden. Oder, um es mit @DeanoMarteeno zu formulieren: Uni 2.0 gibt’s z.B. in Augsburg! Aber nicht nur da: Denn erst heute habe ich in Twitter spannende Einträge rund um E-Portfolios verfolgt (z.B. bei @ralfa). So oft springe ich für Journalisten in die Bresche, dieses Mal muss ich mich aber echt aufregen. Sorry.
Jetzt ist sie also vorbei, die Anmeldephase für das Wintersemester 2009/2010, und ich kann mich nicht beklagen: Selten fand ein so großer Run auf meine Seminare statt. Um dem einigermaßen gerecht zu werden, habe ich mich vor ein paar Minuten entschieden, die Teilnehmerzahlen auf 30 pro Seminar hochzusetzen. Auf diese Weise haben kurzfristig ein paar mehr Studierende die Chance, an den einzelnen Lehrveranstaltungen teilzunehmen. Ich freue mich natürlich riesig über den Zulauf, frage mich aber auch selbstkritisch, woran das liegt. Mit Sicherheit braucht eine Vielzahl der Studierenden die Punkte und meine Veranstaltungen passen ins Modul. Mit Sicherheit liegt es auch am projektorientierten Arbeiten, dass ich im Regelfall anbiete und was den Teilnehmerinnen und Teilnehmern großen Spaß bereitet. Am meisten glaube ich aber, dass es an den Themen liegt, die ich dieses Jahr im Angebot habe, denn: Mit Seminaren, die an der Schnittstelle von Bildungswissenschaft und Kommunikationswissenschaft sind, liegt man hoch im Kurs. Das hat zwei Gründe: Einer davon ist historisch gewachsen und auf eine leicht veränderte Zusammensetzung von Lehrveranstaltungen zurückzuführen (durch Professorenwechsel). Der andere Grund ist meiner Ansicht nach, dass man mit Angeboten im Schnittstellenbereich mehr Studierende erreicht, weil sowohl die an bildungswissenschaftlichen Fragestellungen interessierten ins Seminar kommen als auch diejenigen, die eher kommunikationswissenschaftlich ausgerichtet studieren. Für mich zeigt die Veranstaltungswahl jedenfalls auf, dass man Überschneidungspunkte, die bei den Kernfächern im MuK-Studiengang bestehen, stärker nutzen sollte, um Gemeinsamkeiten (und Unterschiede!) der einzelnen Fächer aufzuzeigen. Zu selten gibt es an der Universität Veranstaltungen, die Fragestellungen unterschiedlicher Fächer in einem Seminar kombinieren und diese vor dem Hintergrund einzelner Phänomene diskutieren.
Wenn man wie ich regelmäßig Lehrveranstaltungen in Kooperation mit externen Partnern durchführt, muss man sich zwangsläufig irgendwann die Frage nach der Verwertung der entstandenen Ergebnisse stellen. Die Auseinandersetzung mit dem geistigen Eigentum ist dabei nicht neu: Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir als Studierende oftmals an Punkte angelangt sind, wo wir die Seminarergebnisse – teils mit, teils ohne Aufwandsentschädigung – an Dritte abtreten sollten. Schon damals fand ich das kritisch, denn schließlich kann der Dozent nicht pauschal über die Ideen der Studierenden bestimmen. Auch die beteiligten Organisationen, oftmals Unternehmen, hatten an mancher Stelle wohl mehr den eigenen Profit als den bildenden Kern der Kooperationsveranstaltung im Sinn.
Jetzt, ein paar Jahre später und in umgekehrter Funktion, bin ich wieder an den Punkt des Umgangs mit Lehrveranstaltungsergebnissen angekommen. Und erstmals richten sich diese Überlegungen komplett in die Zukunft, nämlich an im Wintersemester bevorstehende Veranstaltungen. Meine Grundüberzeugung, dass die Ideen den Studierenden gehören, hat sich dabei nicht verändert. Wohl aber denke ich darüber nach, wie ich als Dozentin bereits im Vorfeld Erwartungen und Hoffnungen von Organisationen auf der einen Seite berücksichtigen, aber eben auch die Perspektive der Studierenden auf der anderen Seite ausreichend integrieren kann. Denn das Urheberrecht spricht eine klare Sprache, wie mir unsere Rechtsabteilung in der vergangenen Woche versichtert hat:
„Das Urheberrecht an den von Studierenden erstellten Seminarleistungen steht regelmäßig den Studierenden selbst zu, nachdem es sich dabei regelmäßig um selbständig zu erstellende Prüfungsleistungen handeln wird. Insoweit sind die Studierenden frei, daran Nutzungsrechte zu übertragen. Insbesondere bestehen irgendwie geartete Ansprüche auf Übertragung von Nutzungsrechten an die Universität nicht. Im Gegenteil darf hier keine Verknüpfung zwischen dem Prüfungszweck und einer Nutzungsvereinbarung bestehen.“ (Aussage Rechtsabteilung, Universität Augsburg)
Eine derartige Einschätzung hilft mir dabei, im Vorfeld der Veranstaltung an alle Beteiligten klar zu kommunizieren, dass ich als Dozentin keine pauschale Abtretungserklärung unterzeichnen werde. Denn es liegt primär an den Studierenden, ob und unter welchen Bedingungen sie die Nutzung schließlich an Dritte übertragen. Meine Aufgabe wird es später (und im Falle positiver Ergebnisse) sein, zwischen den unterschiedlichen Gruppen zu vermitteln und für die verschiedenen Blickwinkel zu sensibilisieren. Mitunter kann die weitere Verwendung der Seminarergebnisse ja durchaus gut sein; manchmal bleibt aber auch ein fades Gschmäckle übrig… und das würde ich im Sinne aller Beteiligten gern vermeiden.
Neue Informationsangebote zu schaffen, das ist dieser Tage nichts besonderes. Doch die meisten Informationen werden nach wie vor textbasiert transportiert und sind mitunter schwere Kost. Manche Angebote sind natürlich besser, manche schlechter gemacht. Doch schwierig bleibt es trotzdem, den Überblick über relevante Informationen zu behalten. Auch wir haben in den letzten Wochen und Monaten ein neues Informationsangebot geschaffen. Mithilfe von digitalen Medien oder genauer: durch digitale Hörspiele, sogenannte Podcasts, wollen wir den Kontext Universität für Schüler und junge Studierende transparenter machen, aber auch für die Unterschiedlichkeit von Wissenschaft, von Fächern und Fachkulturen auf unterhaltsame Weise sensibilisieren. Aufmerksame Leser meines Blogs wissen jetzt natürlich gleich, was ich damit meine: den KaffeePod.
Bislang musste ich, wenn ich prozessbegleitend über den KaffeePod berichtet habe, immer über die Zukunft spekulieren – denn ich konnte nur Entwicklungen skizzieren und darauf hoffen, dass wir den „Piloten“ gut über die Bühne bekommen. Schließlich läuft das Projekt nun beinahe ein Jahr und nach und nach haben wir viele Studierende und Universitätsangehörige mit der Idee, einen Podcast über Lernen, Leben und Arbeiten an der Universität anzufertigen, begeistert. Und wo der KaffeePod gewissermaßen „greifbar“ ist, sind alle Teammitglieder richtig stolz auf das Produkt… und das Team ist groß, glaubt es mir ;-)
Mit dem Launch des KaffeePod sind jetzt viele Erwartungen und Hoffnungen verbunden – immerhin ist die Art des Informationsangebots neu und das Projekt an sich erhält intern und extern viel Zuspruch. So hat es zum Beispiel auch eine Erweiterung des KaffeePods, nämlich Bildungspodcasts für ausländische Studierende zu produzieren, unter die besten 20 Einreichungen beim Ideenwettbewerb Generation-D geschafft. Die Freude darüber ist groß – denn offenbar glauben zahlreiche Personen an unser Projekt, obschon wir stets über „ungelegte Eier“ reden mussten. Aber das ist ja zum Glück vorbei :-)
Mit der Produktion der ersten Audiopodcasts und der Umsetzung des Online-Auftritts kommen allerdings neue Anforderungen auf das gesamte Team zu: Es gilt, sowohl die Lehrveranstaltung als auch das Begleitstudiumsangebot zum KaffeePod weiterzuführen, sich fortan intensiv um die Distribution der Podcasts zu kümmern und natürlich auch am KaffeePod 2.0 weiterzudenken. Was wir uns schließlich darunter vorstellen, zeigen Tamara und ich auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft am kommenden Dienstag in Berlin. Und wer dort nicht hinkommen kann, findet hier bald unsere Präsentation. Ihr dürft also gespannt sein, denn wir denken immer weiter… ganz bestimmt.
PS: An dieser Stelle möchte ich es nicht verpassen, Danke zu sagen – Danke allen fleißigen Helferinnen und Helfern, die in der letzten Zeit so engagiert mitgearbeitet haben, dass aus der Idee zum Bildungspodcast nun die Hörspielreihe KaffeePod wurde. Ihr seid die besten!
Heute ist eine HIS-Studie zur ersten WiNbus-Befragung (Jaksztat & Briedis, 2009) erschienen. Im Zentrum steht die Bologna-Reform aus Sicht des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dass dieser die Reformbemühungen insgesamt kritisch beäugt, wundert mich nicht. Schließlich erlebt er den Wandel am eigenen Leib:
- Interessant finde ich, dass wissenschaftlicher Nachwuchs im Laufe des letzten Jahrzehnts skeptischer gegenüber den veränderten Studienstrukturen geworden ist (immerhin 35 %, S. 8). Dies passt auch zur Einschätzung vieler etablierter Wissenschaftler, die in letzter Zeit vermehrt über die Bologna-Reform klagen.
- Für viele Nachwuchswissenschaftler ist der Bachelor nach wie vor eine Zwischenstation zum Master, weshalb er für möglichst viele Studierende (und nicht nur für die Besten eines Jahrgangs) zugänglich sein sollte. Fachliche Qualifikation steht somit für den Nachwuchswissenschaftler klar im Vordergrund (ebd., S. 10).
- Dazu passen die Ergebnisse zu den erwünschten Eigenschaften des Masters: 41 % der Befragten sind der Meinung, dass ein Masterstudium auf Forschungsaufgaben vorbereiten sollte (kleine Randbemerkung: Und wer stellt all die Nachwuchsforscher an?).
- Was die Folgen der Bologna-Reform für den wissenschaftlichen Nachwuchs angeht, werden unterschiedliche Aspekte angesprochen: Inhaltliche Veränderung sowie Zeitknappheit durch Organisation und Verwaltung werden von einer ganzen Reihe von Nachwuchswissenschaftlern wahrgenommen. Hinzu kommen vermehrte Beratungsleistungen, die in der Literatur oft auf ein wachsendes individual-ökonomisches Kalkül zurückgeführt werden.
- Besonders interessant (u. a. angesichts meines anderen heutigen Eintrags) sind die Erkenntnisse zur geforderten Modernisierung in der Lehre. Ein echter Paradigmenwechsel hin zu mehr Projektarbeit und Übungen bleibt nämlich augenscheinlich aus (ebd., S. 14).
- In Bezug auf die Lehre fällt auf, dass sich vor allem diejenigen Nachwuchswissenschaftler über vermehrten Aufwand beklagen, die sich der Modernisierung verschrieben haben. Mein spontaner, erster Eindruck: Neben den Studienstrukturen an sich müsste auch die Anerkennung von Lehre reformiert werden! So kommen auch Jaksztat und Briedis (2009, S. 15) zu dem Schluss: „All dies spricht dafür, dass die im Zusammenhang mit der Lehre erbrachten Leistungen stärker als bisher honoriert werden sollten.“ (ebd.)
- Ein weiteres Thema der Studie ist die berufliche Situation von Nachwuchswissenschaftlern. Dabei wird herausgestellt, dass sie gerade die Planbarkeit ihrer Karriere schlecht bewerten. Kein Wunder, wenn man sich von sechsmonatigen Verträgen zum nächsten hangelt und regelmäßig bei der Agentur für Arbeit aufschlagen muss…
- Neben der fehlenden Planbarkeit bemängelt der wissenschaftliche Nachwuchs seine finanzielle Situation. Auch hier muss ich sagen: Wen wundert’s? Halbe Stellen sind einfach nicht so attraktiv wie hochdotierte Verträge in der Wirtschaft. Auch wenn die Wirtschaft nicht das Heil an sich bringt, muss man die Abwanderung von guten Leuten zur Kenntnis nehmen. Oder umgekehrt: Wer in die Wissenschaft geht, braucht Ideale ;-)
Abschließend wagen die Autoren noch eine Aussage zu den Stellgrößen, die Nachwuchswissenschaftler zum Bleiben bewegen würden: Insgesamt sind die „Möglichkeiten zur fachlichen Qualifizierung und eine adäquate Förderung [...] wesentliche Voraussetzungen für die berufliche Zufriedenheit junger Forscher/innen“ (ebd., S. 20). Darum ist es jedoch schlecht bestellt. Knapp die Hälfte der Befragten ist sich folglich unsicher, ob sie weiter im Wissenschaftsbetrieb beschäftigt sein möchte. Liebe Politik(er), das ist eine erschreckend hohe Zahl. Tu(t) was!
PS: Einige Medien berichten bereits über die Studie, z. B. die TAZ. Die Pressemitteilung der HIS GmbH findet sich ebenso im Netz.
Gestern fanden mehrere Kick-off-Veranstaltungen im Begleitstudium statt. Das ist an sich nichts Neues, gibt es doch Semester für Semester neue (studentische) Initiativen, die sich mit unserer Hilfe zusammentun oder von allein den co-curricularen Rahmen für Projektarbeit suchen. Dabei stehen immer die Studierenden und ihr überfachlicher Kompetenzgewinn im Fokus. In letzter Zeit kommt es jedoch häufiger vor, dass wissenschaftliche Mitarbeiter nicht nur das Mentoring, sondern auch die inhaltliche Leitung der Projekte übernehmen. Im Hinblick auf die Kompetenzentwicklung der Studierenden ist das nicht so dramatisch: Gerade zu Beginn eines Projekts wird der Mentor stark eingefordert und ist integraler Bestandteil des Teams. Leitungsfunktionen (und Rollen überhaupt) bilden sich erst langsam bei den Studierenden aus und können sich aufgrund des natürlichen Projektverlaufs laufend verändern. Ich sehe jedoch neue Anforderungen auf die Lehrenden durch die wachsende Zahl an Begleitstudiumsangeboten zukommen, denn sie müssen von ihrem Selbstverständnis eine ganz andere Rolle während dieser Projektarbeit einnehmen. So unterscheidet sich ihre Rolle beispielsweise auch von der Projektarbeit im Seminar: Während ich als Coach in einem Projektseminar einen eindeutigen Rahmen schaffe, innerhalb dessen sich die Studierenden bewegen können, muss ich im Begleitstudium darauf achten, möglichst offene Ziele zu geben, ohne dabei zu stark zu lenken. Immerhin sollen Entscheidungen im Team getroffen und nicht „von oben“ vorgegeben werden. Dies ist bisweilen schwierig, denn erfahrungsbedingt könnte man den Projekten viel mehr Struktur „verpassen“. Doch darum geht es nicht. Öfters muss ich mir daher selbst auf die Füße treten, die Studieren „einfach machen lassen“ und nur bei völlig falschem Vorgehen eingreifen. Anderen Lehrenden geht es ähnlich. Aufgrund der persönlichen Eindrücke sehe ich daher eine neue Anforderung auf das Begleitstudium zukommen, nämlich gewissermaßen eine Train-the-Trainer-Maßnahme, die über ein reines Informationsangebot über Chancen und Grenzen hinausgeht. Sensibilisierung für die unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnisse sowie für die Rollenthematik scheinen mir hier ein wichtige Stichworte, ohne bereits genau zu wissen, wie man dies möglichst elaboriert in einem Workshop vermitteln könnte. Erste Anforderungen haben Hannah und ich jedenfalls gleich nach den gestrigen Veranstaltungen diskutiert (praktisch, das mit dem geteilten Schreibtisch!).
Passend zum Start des Sommersemesters ist die neue w.e.b.Square-Ausgabe zum Thema „Hier drücken, da drehen“ online verfügbar. Wie der Titel bereits vermuten lässt, beschäftigt sich das aktuelle Themenheft vor allem mit (medien-)didaktischen Arrangements und nimmt hierzu unterschiedliche Organisationen bzw. Kontexte in den Blick. Besonders hinweisen möchte ich an dieser Stelle auf den Artikel von Mareike und Tamara: Sie haben ihre Erfahrungen mit dem Lernen durch Lehren in einem meiner letzten Seminare skizziert. Sehr interessant :-) Von besonderem Mehrwert dürften auch die erstmals dargestellten Ergebnisse zu den AV-Mediendiensten sein: Unter dem Titel „Gute Einschaltquoten für Vorlesungsmitschnitt“ wird der Nutzen von Videoaufzeichnungen in der Hochschullehre am Einzelfall aufgezeigt. Daneben stehen zahlreiche Abschlussarbeiten rund um Didaktik zum Download bereit. Ihr seht: Die neue w.e.b.Square-Ausgabe hat wieder ein breites Portfolio an Themen zu bieten und zwar nicht nur für diejenigen, die sich mit dem Medieneinsatz in der Lehre beschäftigen. Schaut einfach mal rein.

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