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Wer kennt sie nicht: Kuschelnoten. In dem einen oder anderen Seminar wird mit besonders guten und wenig differenzierten Noten um sich geworfen, um der bisweilen schwierigen Bewertung der Studierendenleistung aus dem Weg zu gehen. Des einen Freud ist dabei des anderen Leid: Während sich der Easy-Going-Student über prima Noten freut, ist der engagierte Mitdenker empört über den wenig gerechten Umgang mit der von ihm erbrachten Leistung. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es ist tatsächlich einigermaßen kompliziert, faire Noten zu finden. Allein Feedbackstrukturen helfen dabei, die Leistung für alle fair und transparent zu bewerten (Alex hat in seinem Blog schon des öfteren darüber berichtet, u.a. zu Bewertungskriterien bei Referaten). Blöd ist nur, wenn man der eigenen Transparenz zum Opfer fällt. So ist jetzt beispielsweise an der FH Hildesheim ein Professor aufgefallen, der komplett auf Prüfungen verzichtet. Problem: Er setzt nicht etwa andere Formen des Assessments ein, was ja zu befürworten wäre, sondern ist schlichtweg zu selten anwesend, um ordentliche Noten zu verteilen (der Uni-Spiegel berichtet). Kein Wunder also, dass er seiner mangelnden Lehrbereitschaft irgendwann selbst zum Opfer fallen musste.
Bei Recherchen zum Thema Open Educational Resources (OER) bin ich auf einen guten Grundlagentext der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gestoßen. OER wird dort als „efficient way of promoting learning, both for individuals and for government“ (OECD 2007, 10) beschrieben, was die Schere zwischen nicht-formalem, informellem und formalen Lernen schließen könne. Der Gedanke ist interessant, denn der Kreis potenzieller Nutzer frei zugänglicher Bildungsangebote ist angesichts technologischer Entwicklungen und fehlender Ressourcen im Bildungsbereich riesengroß. Die Frage ist allerdings, wie neben dem Open-Gedanken auch die „Education“ realisiert wird. Aus altruistischen Gründen oder aus Interesse an Veröffentlichungen – Motive, Wissen zu teilen, gibt es aus individueller oder organisationaler Sicht tendenziell genug. Unklar bleibt (noch), inwieweit der offene Zugang zu Self- bzw. Peer-Assessment und Kompetenzentwicklung beiträgt.
… so lautet eine Ringvorlesung auf e-teaching.org, wo auch Gabi im Forum mitdiskutieren wird. Ich halte das Thema Assessment an der Hochschule deshalb für spannend, weil bisher nur wenige Studien zeigen, wohin uns die (nicht mehr ganz so neuen) Bachelor- und Masterstrukturen führen werden. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass z.B. Aufwand-Nutzen-Relationen schon an der Uni eine ganz andere Dimension erlangen. Deutlich wird zudem, dass Lehren und Lernen an einer Hochschule ohne die sinnvolle Integration von digitalen Technologien auf der einen Seite und von kollaborativen, fallorientieren Lehr-/Lernszenarien auf der anderen Seite kaum mehr denkbar ist (im Sinne eines „Education 2.0„). Nun liegt es an uns, welchen Stellenwert das „Blended Assessment“ bekommen wird.

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