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Kennt Ihr das: Man liest etwas und denkt sich gleichzeitig, das gibt’s doch nicht! So ging’s mir in der letzten Woche gleich zweimal… und dann auch noch in Bezug auf dasselbe Thema: richtig zitieren.
- E-Mail-Nr. 1 und Frage der Woche: Warum braucht die Medienpädagogik ein eigenes Zitiersystem? Ähm, eigenes? Wir machen ja viel, aber dass wir uns die Mühe machen, ein eigenes Zitiersystem zu entwerfen. Also ne…
- E-Mail-Nr. 2 und die Frage zum Wochenende: Wann darf man welches Buch zitieren? Auszug aus der E-Mail: “So haben wir das gelernt: Wenn keine Fußnoten drin sind, besser nicht zitieren.” Ähm, hat der Dozent schon mal ‘was von mehreren, durchaus seriösen Zitierweisen gehört? Nicht zu fassen…
Zugegeben, die erste Mail hat mich köstlich amüsiert und ich habe wohlwollend die APA-Richtlinien näher erläutert; die zweite Mail hat mich dafür echt erschrocken. Ich würde mich jedenfalls hüten, Studierenden so eindimensional zu erklären, was sie zitieren dürfen und was sie folglich lieber sein lassen sollten. Zum Glück war das niemand aus Augsburg.
Wer die NEON liest, kennt die Rubrik „Deutsche Geschichten“ schon lange. Wer sie nicht liest, dem sei sie allein deswegen dringend empfohlen. Heute übertrifft sich die neueste Ausgabe selbst mit der Rekonstruktion einer Belanglosigkeit:
„München. Auf der Fahrt von Hamburg nach München hat der ICE zwanzig Minuten Verspätung. Kurz vor München sammeln sich die Leute im Gang, um auszusteigen. Ein Mann regt sich besonders laut auf: „Die Penner von der Bahn verarschen uns Kunden von vorne bis hinten!“ Als er aussteigt, sieht man ein Logo auf seiner Jacke. Es ist das der Telekom.“ (NEON, 12/2008, S. 8)
Zu viel versprochen? :-)
Zwischendurch „nur kurz“ im studiVZ nach dem Rechten sehen – für viele Studenten gehört das Surfen auf der Plattform inzwischen zu ihrem Alltag dazu. Spätestens seit auf unserer w.e.b.Square-Tagung darüber berichtet wurde, dass erste Studierende bereits reale Treffen mit echten Freunden sausen lassen, um sich im studiVZ die neuesten Bilder anzusehen, den schrägsten Gruppen beizutreten oder gar mit Fremden zu kommunizieren, wissen wir: Das studiVZ bietet einiges an Suchtpotenzial. Passend zu unseren Diskussionen („Wie blöd muss man denn eigentlich sein“), berichtet der Uni-Spiegel nun über den Selbstversuch eines Jura-Erstsemesters. Er fragt sich: Wie süchtig macht StudiVZ wirklich?
Köstlich! In der aktuellen Ausgabe der brandeins wird über den Ig-Nobelpreis und damit über die unsinnigsten („ignoble“) Forschungsgegenstände der letzten Jahre berichtet. Herausragend unnötig ist z.B. die biologische Forschung zur Kommunikation von Heringen. Die Erkenntnis: Der Austausch funktioniert mittels Flatulenzen (für die Nicht-Lateiner: Furzen). Abgesehen von überaus lustigen und geradezu unsinnigen Forschungsthemen wird im Text eine weitere Problematik angesprochen: „Respekt, Ehrfurcht, tiefer Glaube – der Laie neigt vor allem zu Letzterem, wenn von wissenschaftlichen Spitzenleistungen die Rede ist.“ (brandeins 01/08, 113) Der Expertenstatus des Forschers ist nicht zuletzt ein Produkt des Wissenschaftsbetriebs, der durch seine Communities wie andere Systeme das Streben nach Anerkennung, Ruhm und Karriere fördert (im Artikel wird noch von Geld gesprochen – wer an der Hochschule arbeitet, weiß jedoch, dass man da nicht reich werden kann ;-)). Gegenüber Zuckermann haben etwa deutsche Nobelpreisträger ihren Erfolg allein auf „Glück und soziale Beziehungen“ zurückgeführt. Erschreckend, irgendwie. Bleibt zu hoffen, dass Initiativen wie der Ig-Nobelpreis weiter zur Entzauberung unnützer Forschung und von medialen Selbstdarstellern beiträgt.
Wenn in den Medien über meine Heimat berichtet wird, dann waren die Nachrichten zuletzt meist negativ. Karmann-Stellenabbau, Amoklauf in Emsdetten und Winter-Chaos – all das war aus dem sonst so beschaulichen Münsterland zu hören. Only bad News are good News – das haben alle MuK-Studenten spätestens in der Einführungsveranstaltung zur Medienwirkungsforschung gelernt. Dass sich seit zwei Jahren auch eine ganz andere Art von Nachricht in den Medien hält, ist v.a. eins – nämlich überraschend: die etwas unglückliche Liebe von Schwan und Tretboot auf Münsters Aasee. Jetzt meldet die Süddeutsche Zeitung: „Schwan Petra wird ihrem Tretboot untreu.“ Das war’s dann wohl – mit den positiven Heimatgefühlen für mich. Gut, dass bald Weihnachten ist.
Kommen wir zu den wirklich wichtigen Themen des Abends: Catwalk Vorstellungsgespräch. Bei e-fellows werden die wichtigsten Dresscodes für den Ersteindruck beim (potenziell) neuen Arbeitgeber vorgestellt. Reinschauen lohnt sich – allein schon wegen großartiger Tipps: „Stelle dich vor einen großen Spiegel. Sieh dich genau an. Bewege dich.“ Dann kann ja nichts mehr schief gehen ;-)


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