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… ist Reisezeit! Auch mich verschlägt es dieser Tage auf die Autobahn. Ich werde in die Heimat fahren. So richtig Urlaub wird es aber nicht: Ich habe (endlich!) vor, die ganzen wirren Gedanken zu meiner Diss auf (digitales) Papier zu bringen. Mal gucken, wie mir das gelingt. Immerhin bin ich in Rheine einigermaßen Internet-abstinent. Auch mein (neues!) mobiles Internet verspricht nicht zwingend, gut erreichbar zu sein. Die Netzabdeckung auf dem Land ist einfach zu schlecht. Ich wünsche daher all meinen Lesern schöne Ferientage und vielleicht melde ich mich von unterwegs – um mich abzulenken oder weil das Netz so toll funktioniert. Wir werden sehen.

Ein Tag im Café: morgens geschäftiges Treiben von Businessmen und -women, die auf dem Weg zur Arbeit einen Coffee to go mitnehmen. Aber zackig, bitte! Ab 9.00 Uhr oder spätestens ab 10 geht’s los mit den Kleinfamilien, allem voran jungen Müttern, ihren Kindern und lustigen Gesprächszirkeln mit den anderen Mamas des Viertels. Aber nur bei schönem Wetter! In Bayern ab 11.00 Uhr, anderswo vermutlich erst später, geht es mit der Mittagszeit weiter; vor/nach dem Essen rasch einen Kaffee… olé olé. Mit dem einbrechenden Nachmittag kommen die Schüler – manchmal allein, meist in der großen Gruppe. Tratschen über den Schultag, die neuesten Liebschaften und die aktuelle Gerüchteküche. Gegen Abend (und je nach Wetterlage) kommen die Geschäftsleute zurück, auch alle anderen haben inzwischen Lust auf Heiß- und/oder Kaltgetränke. Einkaufsmarathon, bis das Café schließt. Und morgen? Da geht’s wieder von vorn los… ganz bestimmt.

PS: Wer sich fragt, wie ich plötzlich zu diesen Weisheiten gelange: Durch Bauarbeiten in der Wohnung werde ich an meinen Homeoffice-Tagen vertrieben… in das nächst beste Café am Platz. Natürlich könnte ich auch privates W-LAN aufsuchen oder die Stabi nutzen. Aber irgendwie mag ich sie ja, diese ausgelagerten Büros. Endlich Zeit und Raum für soziale Studien im Feld.

Nein, ich wechsle nicht das Metier. Ich mache mir nur hin und wieder den Spaß, Textdokumente zu layouten, gern auch mit gesonderten Programmen (meist Adobe InDesign) zu setzen. Dabei sollte man tunlichst vermeiden, im Fließtext Sätze allein stehen zu lassen – jedenfalls dann, wenn sie am Anfang oder am Ende einer Seite zu finden sind. Denn das sind so genannte Hurenkinder bzw. Schusterjungen. Woher die Namen kommen, weiß ich ehrlich gesagt nicht… und Wikipedia auch nicht. Aber sie sollen wohl daran erinnern, dass es einfach unschön aussieht, wenn Sätze einsam stehen. Seht selbst:

Beispiel für Hurenkinder und Schusterjungen(c) Rainer Zenz, publiziert unter GNU FDL Lizenz

Ich bin übrigens der Meinung, dass man einfache Gestaltungsgrundsätze auch gut für Seminar- und Abschlussarbeiten bzw. für andere wissenschaftliche Arbeiten berücksichtigen kann. Viel von dem erledigen Textverarbeitungsprogramme wie Word bereits selbst, aber ein geschulter Blick schadet nie. ;-)

Bei der Überschrift könnte man meinen, dass ich etwas gegen den Frühling habe. Ich möchte ausdrücklich betonen: Dem ist nicht so! Aber was ich gestern im Baumarkt erlebt habe, kann man einfach nur mit Frühlingswahn bezeichnen. Noch nie habe ich den Parkplatz eines Giesinger Einkaufszentrums so voll erlebt, dass man allein schon bis zum Eingang meterweit laufen musste. Noch nie musste ich anstehen, um mir ein blühendes Angebot aus der Nähe anzusehen. Und wirklich noch nie habe ich erlebt, dass ganze Blumensorten ausverkauft sind. Aber das kann ja alles mal passieren. Doch die Höhe ist: Noch nie habe ich erlebt, dass mir der Einkaufswagen geklaut wurde! Vor lauter Frühlingswahn konnte es jemand wohl nicht mehr abwarten und hat kurzerhand den erstbesten herumstehenden Wagen genommen – ohne Rücksicht darauf, ob dieser jemandem gehören könnte. Was für eine Unverschämtheit! Versteht Ihr jetzt, warum ich anstelle von Frühlingsgefühlen lieber über Frühlingswahn berichte?

PS: Nach überstandenem Ärger im Baumarkt hat mich nachmittags noch der Pflanzwahn gepackt. Ein Wahn, der definitiv erlaubt ist, denn der Balkon sieht jetzt richtig frühlingshaft aus :-)

Als ordentlicher Fußballfan weiß ich natürlich, dass die Arena auf Schalke (inzwischen: Veltins-Arena) ein Hexenkessel ist. Die Ränge sind steil, die Stimmung ist höllisch; kein Wunder, dass der eine oder andere Fußballprofi großen Respekt hat, dort zu spielen. Kurios wird es aber, wenn der Rasen nach draußen gefahren wird und stattdessen Schnee im Stadion liegt. Klingt komisch, ist aber so! Denn der gemeine Biathlet braucht das weiße Etwas, immer gegen Jahresende, wenn er wie letzten Samstag in Gelsenkirchen zur World Team Challenge zu Gast ist. Das Event kann dabei locker mit dem Fußball mithalten: Ein buntes Rahmenprogramm sorgt dafür, dass einem trotz Minusgraden weder kalt noch langweilig wird und passend dazu steigt die Stimmung Stunde für Stunde an.

Biathlon auf Schalke

Im Hauptrennen starten dann traditionell die Topathleten der Szene; dieses Mal lieferten sich die Sportler sogar bis zum Ende einen echten Schlagabtausch. Vorne standen schließlich Oksana Khvostenko und Andriy Deryzemlya (Ukraine), gefolgt von Martina Beck und Christoph Sumann (Deutschland/Österreich) auf dem zweiten und Ekaterina Iourieva und Dmitri Iarochenko (Russland) auf dem dritten Platz. Das Duo Wilhelm/Rösch hatte zwischenzeitlich etwas Pech mit dem Schießen, sodass sie nur auf dem „undankbaren“ vierten Platz landeten. Trotzdem ein schönes Ergebnis für die deutschen Starter. Ein Event wäre aber nicht ein Event, wenn nicht das eine oder andere offensichtlich schief ginge. Für mich der größte Lacher: vier Männer bei dem Versuch, eine Werbebande TV-gerecht zu verschieben. Leider war die Erdgas-Werbung so gut gesichert, dass die Fernsehzuschauer ohne den Blick auf die grün-gelbe Stadionzierde auskommen mussten. Schade auch ;-)

Alle Jahre wieder zieht es mich über die Feiertage in die Heimat und ich werde rund zwei Wochen lang kaum online sein. Ich wünsche Euch daher fröhliche Weihnachten, eine erholsame Zeit im Kreise Eurer Familien und einen guten Rutsch in das neue Jahr. Bis 2009!

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(c) Nichtlustig.de

Die Bundesregierung hat heute den neuen Medien- und Kommunikationsbericht veröffentlicht. Für mich sind vor allem die Aussagen zur technischen Infrastruktur interessant, denn noch immer sind viele Gegenden in Deutschland nicht mit Breitband (DSL) erschlossen. So habe auch ich gehofft, dass sich das angesichts von „Angies“ Äußerungen im vergangenen Herbst bald ändern würde. Umso erschreckender ist folglich eine im Bericht zu findende Prognose: „Bei den aktuellen Zuwachsraten ist eine endgültige Digitalisierung dieser Verbreitungsebenen nicht vor dem Jahr 2025 zu erwarten.“ (ebd., S. 29) Erschreckend deswegen, weil dadurch zum einen die Kluft zwischen Internetnutzern und Nicht-Nutzern immer größer wird (siehe hierzu auch einen interessanten Beitrag von Nicole Zillien in der M&K); zum anderen weil mir vor Augen geführt wird, dass auch ich die kommenden Heimaturlaube in Rheine weiter mit Modem (erinnert Ihr Euch noch – das mit dem schönen Einwahlton!), bestenfalls mit ISDN verbringen darf. Es gibt zwar bereits die Initiative Zukunft Breitband, allerdings habe ich außer Versprechungen bisher nichts von konkreten Entwicklungen vor Ort mitbekommen. Kein Wunder also, wenn „trotz dieser positiven Bilanz [...] immer noch mehr als 700.000 Haushalte keinen und weitere 5 bis 6 Prozent der Haushalte einen qualitativ nur unbefriedigenden Breitbandzugang“ (ebd., S. 32) haben. Ich nutze daher inzwischen mobiles Internet, wenn ich bei meinen Eltern zu Besuch bin. Allerdings kann das die DSL-Flatrate und schnelle Geschwindigkeiten längst nicht ersetzen. Achso, beim Privatfernsehen war es übrigens nicht besser: Hätte man nicht die Schüssel erfunden, müssten „Landeier“ wie ich bis heute auf DSDS und Co. verzichten.

Heute vor einem Jahr habe ich mit dem Bloggen begonnen. Am Anfang war ich noch skeptisch, wie mir das öffentliche Schreiben gefällt. Immerhin wusste ich schon lange um Existenz und Potenziale des Mediums Weblog, was nicht zuletzt mit Sebastian zusammenhängt. Als einer der Weblog-Pioniere in Deutschland hat er früh versucht, das Bloggen in den Hochschulalltag in Augsburg zu integrieren. Ich erinnere mich noch gut an Kommilitonen, die über seine offenen Aufgabenstellungen und das Führen eines öffentlichen (Lern-)Tagebuchs verwundert waren. All das war zu einer Zeit (2003/2004), als Blogs nur Insidern bekannt waren und sich das Internet erst langsam zum Mitmachweb entwickelte. Entsprechend zurückhaltend war auch ich.

In der Zwischenzeit hat sich viel getan, angefangen beim technologischen Wandel bis hin zur persönlichen Situation. Ich erinnere mich deshalb auch sehr gut daran, wie ich letztes Jahr erstmals mein Forschungsvorhaben im Doktorandenkolloquium vorstellte und fragte: Wie kann ich meine Erfahrungen konservieren? Schnell waren wir auch hier beim Thema Lerntagebuch, allerdings mit der Einschränkung, dies unter Umständen in anderer Form (z.B. handschriftlich) und/oder nicht-öffentlich zu betreiben. Das Kolloquium fand am 7. Dezember 2007 statt. Am 8. Dezember hatte ich einen Account bei WordPress und das zugehörige Blog sandrainthesky. Letztlich ging also alles sehr schnell, denn im Prinzip wusste ich ja, was auf mich zukommt (wenn ich es mir recht überlege, hat nur die Namensfindung eine Weile gedauert – alles vergeben!). Nach einem Jahr bin ich nun froh, mit dem Bloggen begonnen zu haben und kann mir momentan auch nicht vorstellen, es wieder aufzugeben.

Wer kennt es nicht: Kurz vor Weihnachten rennt alle Welt panisch in die Stadt, um Geschenke für die Lieben zu besorgen. In diesem Jahr hatte ich mir natürlich vorgenommen, die Sache mit den kleinen Aufmerksamkeiten ganz früh anzugehen, um genau diesem Volk nicht zu begegnen. In Teilen hat das auch ganz gut geklappt; nur gestern musste ich kurz in die Stadt, um ein paar Dinge vor Ort anzusehen. Im Nachhinein muss ich sagen: Was für eine blöde Idee! Die Münchner Innenstadt war trotz schlechten Wetters so unglaublich voll, dass

  • man sich in den öffentlichen Verkehrsmitteln wahnsinnig quetschen musste (weshalb meine Lust am Shoppen schon vor Beginn rapide bergab ging);
  • man sich trotz Regens durch die Menge boxen musste (und ich mir kurz überlegt habe, ob ich nicht lieber so laut schreien sollte, dass alle Menschen freiwillig weggehen);
  • man in Klamottenläden Zeug auf dem Gang anziehen musste (was bei einem Oberteil völlig okay ist, aber spätestens mit einer Hose zum akuten Problem wird);
  • man in dritter Reihe vor den Digitalkameras warten musste (was ärgerlich ist, wenn man sich das Super-Sonder-Angebot nur kurz und vor allem aus der Nähe angucken will).

Ziemlich genervt habe ich mich dann aus der Stadt verabschiedet und mir geschworen, meine Geschenke nur noch im Internet einzukaufen. Spart Zeit und schont die Nerven.

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