Dass sich Jugendliche heutzutage viel im Web bewegen, wissen wir spätestens seit der KIM-/JIM-Studie. Dass sie das Internet inzwischen aber traditionellen (Audio-Visuellen-)Medien vorziehen, wird nun von einer Studie des Leipziger Medienpädagogen Bernd Schorb belegt. Untersucht wurden v.a. internetaffine Jugendliche, die über zahlreiche Plattformen wie das schülerVZ angesprochen wurden. Für mich zentrale Aussage der Erhebung: “Jugendliche nutzen das Internet nicht nur zur Information und Kommunikation, sie suchen hier vor allem auch nach Unterhaltung. Das umfasst neben dem Spielen insbesondere rezeptive Tätigkeiten. Im Internet und auch am Computer rezipieren Jugendliche auditive und audiovisuelle Inhalte. Dabei vervielfachen sie aber nicht einfach ihre rezeptive Nutzung, sondern greifen auf neuartige Nutzungsoptionen zu.” (Schorb et al. 2008, S. 8) Des öfteren fällt auch der Konvergenz-Begriff, der sich v.a. auf zwei Dimensionen bezieht: (1) auf das technische Zusammenwachsen in dem Sinne, dass digitale Daten – welcher Herkunft auch immer – gebündelt auf dem Rechner zusammenfließen; (2) auf die inhaltliche Konvergenz, “einen Inhalt über verschiedenste Medien und mediale Tätigkeiten zu verfolgen” (ebd., S. 4). Auch der Spiegel berichtet bereits, dass das Internet für Jugendliche das wichtigste Medium ist. Na dann.
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6 comments
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31. Mai 2008 um 14:29
Gerrit Eicker
The good news, the bad news. Na ja, vielleicht alles halb so wild. ;)
1. Juni 2008 um 09:25
Sandra Hofhues
Lieber Gerrit,
sehr witzige Grafik – vielen Dank – da steckt sicher ein Fünkchen Wahrheit drin ;-)
Viele Grüße,
Sandra
1. Juni 2008 um 10:03
Gerrit Eicker
Sandra, wir werden alle noch sehen, wohin das in letzter Konsequenz führt. Ich vermute jedenfalls, dass diese substanzielle Entwicklung zu garvierenden Veränderungen im Hinblick auf unser Kommunikationsverhalten und damit die soziale Integration von Individuen und Gruppen führen wird.
4. Juni 2008 um 14:35
Gerrit Eicker
Witzig, oder? ;)
5. Juni 2008 um 09:19
Sandra Hofhues
Ja, als hättest Du es gewusst ;-)
Wobei ich den Rest des Zitats fast noch spannender finde: Es zeigt einen deutlichen Zusammenhang von Medien(-nutzung) und (betriebs-)wirtschaftlichen Gesichtspunkten auf: “Communication always changes society, and society was always organized around communication channels. Two hundred years ago it was mostly rivers. It was sea-lanes and mountain passes. The Internet is another form of communication and commerce. And society organizes around the channels.“
5. Juni 2008 um 09:51
Gerrit Eicker
Der ganze Artikel ist herausragend: Die Idee, die Geschichte des Internets mit einem gigantischen Interview der relevantesten Personen zu beschreiben, und vor allem: ihre Umsetzung sind phänomenal. – Die Vanity Fair hat (erstmals) Ansehen bei mir gewonnen…