Einer aktuellen Studie der TU Dresden zufolge sollen Hausaufgaben nichts bringen. Besser gelernt werde sogar ganz ohne, heißt es passend dazu heute im Schul-Spiegel. Prof. Gängler erklärt dies in der dazugehörigen Pressemitteilung so: “Gute Schüler werden durch Hausaufgaben nicht unbedingt noch besser, und schlechte Schüler begreifen zuhause durch bloßes Wiederholen noch lange nicht, was sie schon am Vormittag nicht richtig verstanden haben.” Der Erziehungswissenschaftler weiter: “Hausaufgaben [werden] heutzutage von Lehrern einfach “verschrieben” [...], in der Annahme, sie würden schon irgendeinen positiven Effekt auf die Schüler haben.” Aufgrund seiner Umfragen unter Lehrern, Schülern und Eltern folgert er, dass Strategien zum Wissenserwerb direkt im Unterricht vermittelt und durch Übungs- und Förderangebote im Rahmen der Ganztagsschule begleitet werden sollten. Dann könnten Hausaufgaben bald der Vergangenheit angehören. Aus dem Stehgreif etwas unvorstellbar, aber angesichts (1) der Belastung von Schülern im G8 und (2) der genuinen Aufgabe von Schule (nämlich als Ort des gemeinsamen Lehrens und Lernens) nicht die schlechteste Idee.
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2 comments
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5. Februar 2008 um 01:12
saarlodri
Also ich denke, dass Hausaufgaben zur Wissensreflexion und Festigung des Wissens schon wichtig sind. Natürlich bringen Hausaufgaben nichts, wenn nicht vorher auf das jeweilige Thema eingangen wird und die Lehrkraft so blauäugig ist und denkt, dass die Schüler durch die Bearbeitung der Aufgaben Wissen erlangen.
Der hauptsächliche Wissenserwerb muss in der Schule geschehen und Aufgabenbearbeitung im Unterricht selbst halte ich auch für sehr sinnvoll, jedoch finde ich Hausaufgaben als solche aus obigen Gründen nicht als vernachlässigbar.
6. Februar 2008 um 12:30
Sandra Hofhues
Lieber Andreas,
vielen Dank für Deine kritische Meinung zur Dresdener Studie! Ich stimme Dir insofern zu, als dass Hausaufgaben ein gutes Mittel sein können, um Gelerntes zu reflektieren bzw. zu testen, ob und was im Unterricht verstanden wurde. Dennoch kommt es mir manchmal so vor, dass Hausaufgaben nur der Einfachheit halber verteilt werden und das geht eben an o.g. Sinn vorbei. Es gibt ja auch ganz andere Möglichkeiten des Lernens, z.B. Projektarbeit. Die ist zwar aufwendiger, macht den Schülern aber oftmals mehr Spaß (Stichwort: Flow).
Viele Grüße,
Sandra