Wenn man sich Tag für Tag im Internet bewegt, kann man sich kaum vorstellen, dass es Menschen gibt, die dies nicht nutzen. Doch es gibt sie… noch, wie der neue (N)Onliner-Atlas zeigt:

  • Auf den ersten Blick sehe ich wenig Überraschendes in der Studie; es gibt sie nach wie vor, die Internet-Abstinenten, doch ihre Zahl sinkt kontinuierlich.
  • Den größten Zuwachs an Onlinern verzeichnen Bundesländer wie Bremen und das Saarland, auch wenn etwa das Saarland weiterhin viele Offliner zu verzeichnen hat.
  • Interessant finde ich, dass nach wie vor Männer häufiger online sind als Frauen (ebd., S. 15). Eklatant ist der Unterschied bei Senioren: Hier sind dreimal so viele Männer online als Frauen (siehe S. 48ff.).
  • Positiv ist dagegen die Internet-Nutzung unter Schülern: Hier sind insgesamt 97% als Onliner zu bezeichnen. Auch diejenigen mit “formal einfachem” Bildungshintergrund werden sukzessive erreicht, allerdings in Ostdeutschland etwas seltener als in Westdeutschland.
  • Ein Zusammenhang scheint auch zwischen Berufstätigkeit und Internetnutzung zu bestehen: So nutzen weitaus mehr Berufstätige das Internet als umgekehrt (ebd., S. 18).
  • Bestätigt fühle ich mich, wenn ich mir die Internetnutzung nach Ortsgröße anschaue: Der Zusammenhang zwischen Einwohnerzahl und Internetnutzung ist schwach ausgeprägt, aber doch vorhanden (ebd., S. 19).
  • Wenig überraschend hingegen ist, dass “zum dritten Mal in Folge” (ebd., S. 32) der Anteil der Nutzungsplaner zurückgeht. Je mehr Menschen mit dem Internet ausgestattet sind, desto weniger können dies letztlich planen.

Im internationalen Vergleich steht Deutschland damit – was die Internetnutzung angeht – auf dem 9. Platz… hinter einer Reihe von skandinavischen Ländern sowie Großbritannien.

Der (N)Onliner Atlas 2009 ist eine Studie der Initiative D21, die von TNS Infratest durchgeführt wird. Grundlage ist eine repräsentative Erhebung auf Basis von computergestützten Telefoninterviews (CATI).

Ich weiß gar nicht, ob es der neue betacampus-Projektblog nötig hat… aber ich verweise trotzdem mal auf ihn, zumal wir (d.h. das KaffeePod-Team und das MuK-Alumni-Netzwerk-Team) dort weiterführende Infos zur Verfügung stellen. Der Projektblog ist vor allem für diejenigen interessant, die den Fortschritt der durch den Innovationswettbewerb betacampus geförderten Projekte verfolgen wollen. Noch tummeln sich dort wenige Initiativen, aber das wird sich (hoffentlich) ändern. Denn im Grunde ist der Projektblog eine schöne Idee: So gibt es auf der einen Seite eine Plattform zur öffentlichkeitswirksamen Darstellung der Projekte, auf der anderen Seite einen internen, also nicht sichtbaren Blog für die Lessons Learned. Von außen betrachtet, wird der Projektblog daher so etwas wie ein Corporate Blog sein – Informationen werden beschönigt dargestellt, da diese einen Teil des Publikumspreises ausmachen (dessen Bedingungen ich leider noch nicht kenne). Von innen betrachtet, sollen die Blogbeiträge über den Projektstand berichten und damit auch solche Informationen beinhalten, die unschön sind, sprich: nicht eingehaltene Meilensteine, Gruppenkonflikte etc. Inwieweit der Projektblog beide Funktionen (PR und Reflexion) erfüllen wird, kann man in diesem frühen Stadium noch nicht sagen. Prinzipiell ist der Ansatz jedenfalls nicht schlecht und wir werden uns weiter daran beteiligen.

Nein, ich wechsle nicht das Metier. Ich mache mir nur hin und wieder den Spaß, Textdokumente zu layouten, gern auch mit gesonderten Programmen (meist Adobe InDesign) zu setzen. Dabei sollte man tunlichst vermeiden, im Fließtext Sätze allein stehen zu lassen – jedenfalls dann, wenn sie am Anfang oder am Ende einer Seite zu finden sind. Denn das sind so genannte Hurenkinder bzw. Schusterjungen. Woher die Namen kommen, weiß ich ehrlich gesagt nicht… und Wikipedia auch nicht. Aber sie sollen wohl daran erinnern, dass es einfach unschön aussieht, wenn Sätze einsam stehen. Seht selbst:

Beispiel für Hurenkinder und Schusterjungen(c) Rainer Zenz, publiziert unter GNU FDL Lizenz

Ich bin übrigens der Meinung, dass man einfache Gestaltungsgrundsätze auch gut für Seminar- und Abschlussarbeiten bzw. für andere wissenschaftliche Arbeiten berücksichtigen kann. Viel von dem erledigen Textverarbeitungsprogramme wie Word bereits selbst, aber ein geschulter Blick schadet nie. ;-)

Schon eine ganze Weile werden Weblogs auch als kommunikationspolitisches Instrument eingesetzt. Unternehmen wollen modern wirken und vor allem eine Reihe von Informationen in Dialog-orientierter Form unter die Leute bringen. Wen wundert es da, wenn es eine Publish Policy und diverse andere Einschränkungen bei der Veröffentlichung gibt (von CI-Vorgaben ganz zu schweigen). Inzwischen greifen auch immer mehr Non-Profit-Einrichtungen auf Blogs zurück, um mit der Außenwelt über (mehr oder weniger) gesellschaftlich relevante Themen zu kommunizieren, was auch vor Twitter nicht halt macht. Legt man die Professionalisierung von PR im Non-Profit-Bereich zugrunde, erstaunt es wenig, wenn auch hier eine klare “Marschrichtung” vorgeben wird. Seltsam wird es allerdings, wenn Blogs nicht als Marketinginstrument, sondern als Mittel für den (wissenschaftlichen) Austausch eingesetzt werden sollen. Hier frage ich mich schon, inwieweit ein Blog noch seine ursprüngliche Funktion erfüllt, wenn zentrale Vorgaben für die Publikation eines Artikels gemacht werden: Sind es nicht gerade Blogs, die unverfälschte Meinungen widergeben sollten? Bieten nicht gerade Blogs die Chance, frei von Konventionen zu berichten? Ich sehe jedenfalls die Gefahr, dass bei wachsender Zahl an Vorgaben die Güte der Einträge und schließlich auch die Glaubwürdigkeit des Dargestellten sinkt. Dies gilt aus meiner Sicht gerade für Gruppenblogs. Auch hier sollte wie bei Individualblogs die Möglichkeit bestehen, offen über Gedanken etc. zu berichten. Dies entspricht zwar nicht der o.g. Marketingdenke – soll es auch nicht, denn: Gruppenblogs dienen erst in zweiter Linie als Marketinginstrument (im Gegensatz zu Corporate Blogs). In erster Linie sollen sie der (wie auch immer ausgeprägten) Gruppe dabei helfen, ihr Wissen an einem Ort zu organisieren und sich darüber auszutauschen. Und letztlich wird so weitaus mehr Transparenz über eine Gruppe, Einrichtung, Organisation etc. geschaffen. Verabschieden muss man sich also dringend von einer betriebswirtschaftlich motivierten Kontrolldenke in Punkto digitale Medien. Oder anders ausgedrückt: Neue kommunikationspolitische Instrumente erfordern neue Umgangsformen und vor allem eine gute Portion Gelassenheit bei allen Beteiligten.

Seit vielen Jahren machen wir uns in Augsburg Gedanken darüber, wie man Studierende stärker in Lehre und Forschung einbinden kann und auf dem Weg die Förderung überfachlicher Kompetenzen im Hochschulstudium erleichtert. Vor allem im Zuge der wissenschaftlichen Begleitforschung zum Begleitstudium und aufgrund von praktischen Erfahrungen mit der co-curricularen Projektarbeit konnten wir dabei zahlreiche Erkenntnisse zu offenen Bildungsinitiativen sammeln. Anlässlich unseres nahenden Besuchs auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft (GMW) haben wir uns nun zu einem Call for Papers zu diesem Thema entschieden. Denn mit dem dritten Thementisch können wir auf zahlreiche Erfahrungen und unterschiedliche Diskussionen zur (studentischen) Partizipation zurückblicken. Zudem scheint das Interesse an der Integration der Studierendenmeinung zu wachsen. Außerdem wird im Zuge der OER-Bewegung immer mehr darüber diskutiert, was (förderliche) Rahmenbedingungen für Partizipation sind. Unter dem Stichwort “Offene Bildungsinitiativen: Fallbeispiele, Erfahrungen und Zukunftsszenarien” möchten wir nun Studierende wie auch Lehrende und andere Interessierte zur Beteiligung an dem Band aufrufen. Durch die bunte Zielgruppe erhoffen wir uns Einreichungen aus unterschiedlichen Perspektiven auf studentische Partizipation, um ein möglichst umfassendes Bild vom Stand offener Bildungsinitiativen an der Hochschule zu zeichnen. Möge das Vorhaben gelingen… wir zählen auf Euch!

Am letzten Freitag habe ich den Stand meiner Arbeit im Doktorandenkolloquium vorgestellt. Während die letzten Präsentationen einen starken Fokus auf business@school legten, ging es dieses Mal stärker um die theoretische Verortung des Schule-Wirtschaft-Projekts. Wenn man das eigentliche Vorhaben der Arbeit zugrunde legt, nämlich die Herausforderungen an eine Zusammenarbeit von Ökonomie und Bildung zu klären, liegt die wohl größte Schwierigkeit meiner Diss darin, unterschiedliche theoretische Bezugsrahmen miteinander in Bezug zu bringen. Dies ist nicht immer einfach; allein schon die Sprache ist in der BWL und in der Pädagogik derart unterschiedlich, dass man Begriffe etc. nicht vorbehaltlos übertragen kann. Darüber hinaus ist der Blickwinkel der Disziplinen sehr verschieden: Während in der BWL eher die Organisation als Ganzes anvisiert wird, ist es in der Pädagogik das Individuum. Auch aus pragmatischen Gründen (Zeit!) werde ich mich daher davon verabschieden müssen, in meiner Arbeit diese Metaebene ausführlich beschreiben bzw. klären zu können. Stattdessen rücken „kleinere“ Konzepte in den Mittelpunkt, die von ihrer Anlage viele Schnittstellen zu den jeweils anderen Fächern besitzen und alle die Person in den Mittelpunkt stellen.

So kommt es nicht von ungefähr, dass ich mich im Bereich BWL von nun an stark auf das Corporate Volunteering (CV) konzentrieren werde. Dies hat unbestritten den Vorteil, dass auch das Projekt business@school als ehrenamtliches Mitarbeiterengagement von Unternehmen positioniert wird und ich mich infolgedessen dort gut auskenne. Hinzu kommt die Aktualität des Themas, da dem CV-Engagement von Unternehmen als Instrument der Personalentwicklung starkes Wachstum prophezeit wird. Darüber hinaus spielt „betriebliche Freiwilligenarbeit […] auch engagementpolitisch eine wichtige Rolle. Denn für viele gerade jüngere Mitarbeiter stellen solche Angebote erstmalig einen Kontakt zu ehrenamtlichem und bürgerschaftlichem Engagement her und bilden so einen Türöffner für das Ehrenamt.“ (Habisch, 2003, S. 8) Betrachtet man all die Facetten von CV in seiner Ganzheit, landet man schnell wieder beim Ausgangspunkt: Ökonomie und Bildung. So soll es – trotz abgespeckter Inhalte – weiter sein.

Ein Fundstück zum Nachdenken.

wärediewelteinebank(c) Greenpeace, 2009

In den letzten Jahren hat sich das Projekt w.e.b.Square kontinuierlich erweitert. Häufig habe ich über die Themenhefte berichtet, die infolge von herausragenden studentischen Arbeiten aus dem Augsburger MuK-Umfeld entstanden sind. Seit zwei Jahren gibt es auch die w.e.b.Square-Tagungen, die darauf hinarbeiten, den Wissensaustausch von Studierenden vor Ort zu fördern. Mit dem Call for Papers erweitert sich das w.e.b.Square-Portfolio um eine weitere Facette, nämlich um die gezielte Ansprache von studentischen Autoren zum Thema “Social Networks” innerhalb und außerhalb unserer eigenen Universität. Das Thema kommt dabei nicht von ungefähr: Social Networks verändern Leben, Studium und Arbeiten bei den meisten jungen Erwachsenen seit Jahren merklich; viele von ihnen fühlen sich heute als Teil einer virtuellen Community und möchten nicht mehr auf die Tools verzichten. Trotzdem gibt es einige Studierende, die Sinn und Nutzen hinterfragen; nicht selten sind Facebook, studiVZ etc. Gegenstand von realen Gesprächen oder etwa Diskussionspunkte in (Lehr-)Veranstaltungen. Die wachsende Zahl an Netzwerke(r)n hat uns schließlich darin bestärkt, dieses Thema zum Gegenstand des ersten w.e.b.Square-Calls zu machen:

Während Calls in der wissenschaftlichen Welt allgegenwärtig sind, ist dies für w.e.b.Square ein bislang nahezu unbetretenes Testfeld. Nur selten werden Studierende dazu ermutigt, eigene Beiträge zu veröffentlichen bzw. oftmals sind die Hürden hoch, sich an Calls zu beteiligen. Allein die wissenschaftliche Begriffswelt schreckt Studierende ab, einen Artikel im Laufe des Studiums einzureichen. Wir haben uns daher bewusst für eine einfache Sprache und für geringe Einstiegsvoraussetzungen entschieden. So müssen lediglich fünf Seiten eingereicht werden; zudem gelten Reflexionen und Erfahrungsberichte ebenso wie theoretische Erörterungen als relevant. Mit den Ecken hat w.e.b.Square schließlich ein gut erprobtes Raster, das die Herkunft der Beiträge eindeutig zu klassifizieren hilft.

Aus Forschungssicht ist es zudem spannend, was die Studierenden und damit die Betroffenen selbst über soziale Netzwerke denken. Immerhin wird gern über sie geschrieben, ihnen aber nur selten ein Forum für die Darstellung der eigenen Meinung gegeben. Das möchten wir nachholen. Wenn auf die Weise Studierende noch Spaß an Wissenschaft gewännen, wäre das mehr als nur ein angenehmer “Nebeneffekt”.

Heute ist eine HIS-Studie zur ersten WiNbus-Befragung (Jaksztat & Briedis, 2009) erschienen. Im Zentrum steht die Bologna-Reform aus Sicht des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dass dieser die Reformbemühungen insgesamt kritisch beäugt, wundert mich nicht. Schließlich erlebt er den Wandel am eigenen Leib:

  • Interessant finde ich, dass wissenschaftlicher Nachwuchs im Laufe des letzten Jahrzehnts skeptischer gegenüber den veränderten Studienstrukturen geworden ist (immerhin 35 %, S. 8). Dies passt auch zur Einschätzung vieler etablierter Wissenschaftler, die in letzter Zeit vermehrt über die Bologna-Reform klagen.
  • Für viele Nachwuchswissenschaftler ist der Bachelor nach wie vor eine Zwischenstation zum Master, weshalb er für möglichst viele Studierende (und nicht nur für die Besten eines Jahrgangs) zugänglich sein sollte. Fachliche Qualifikation steht somit für den Nachwuchswissenschaftler klar im Vordergrund (ebd., S. 10).
  • Dazu passen die Ergebnisse zu den erwünschten Eigenschaften des Masters: 41 % der Befragten sind der Meinung, dass ein Masterstudium auf Forschungsaufgaben vorbereiten sollte (kleine Randbemerkung: Und wer stellt all die Nachwuchsforscher an?).
  • Was die Folgen der Bologna-Reform für den wissenschaftlichen Nachwuchs angeht, werden unterschiedliche Aspekte angesprochen: Inhaltliche Veränderung sowie Zeitknappheit durch Organisation und Verwaltung werden von einer ganzen Reihe von Nachwuchswissenschaftlern wahrgenommen. Hinzu kommen vermehrte Beratungsleistungen, die in der Literatur oft auf ein wachsendes individual-ökonomisches Kalkül zurückgeführt werden.
  • Besonders interessant (u. a. angesichts meines anderen heutigen Eintrags) sind die Erkenntnisse zur geforderten Modernisierung in der Lehre. Ein echter Paradigmenwechsel hin zu mehr Projektarbeit und Übungen bleibt nämlich augenscheinlich aus (ebd., S. 14).
  • In Bezug auf die Lehre fällt auf, dass sich vor allem diejenigen Nachwuchswissenschaftler über vermehrten Aufwand beklagen, die sich der Modernisierung verschrieben haben. Mein spontaner, erster Eindruck: Neben den Studienstrukturen an sich müsste auch die Anerkennung von Lehre reformiert werden! So kommen auch Jaksztat und Briedis (2009, S. 15) zu dem Schluss: “All dies spricht dafür, dass die im Zusammenhang mit der Lehre erbrachten Leistungen stärker als bisher honoriert werden sollten.” (ebd.)
  • Ein weiteres Thema der Studie ist die berufliche Situation von Nachwuchswissenschaftlern. Dabei wird herausgestellt, dass sie gerade die Planbarkeit ihrer Karriere schlecht bewerten. Kein Wunder, wenn man sich von sechsmonatigen Verträgen zum nächsten hangelt und regelmäßig bei der Agentur für Arbeit aufschlagen muss…
  • Neben der fehlenden Planbarkeit bemängelt der wissenschaftliche Nachwuchs seine finanzielle Situation. Auch hier muss ich sagen: Wen wundert’s? Halbe Stellen sind einfach nicht so attraktiv wie hochdotierte Verträge in der Wirtschaft. Auch wenn die Wirtschaft nicht das Heil an sich bringt, muss man die Abwanderung von guten Leuten zur Kenntnis nehmen. Oder umgekehrt: Wer in die Wissenschaft geht, braucht Ideale ;-)

Abschließend wagen die Autoren noch eine Aussage zu den Stellgrößen, die Nachwuchswissenschaftler zum Bleiben bewegen würden: Insgesamt sind die “Möglichkeiten zur fachlichen Qualifizierung und eine adäquate Förderung [...] wesentliche Voraussetzungen für die berufliche Zufriedenheit junger Forscher/innen” (ebd., S. 20). Darum ist es jedoch schlecht bestellt. Knapp die Hälfte der Befragten ist sich folglich unsicher, ob sie weiter im Wissenschaftsbetrieb beschäftigt sein möchte. Liebe Politik(er), das ist eine erschreckend hohe Zahl. Tu(t) was!

PS: Einige Medien berichten bereits über die Studie, z. B. die TAZ. Die Pressemitteilung der HIS GmbH findet sich ebenso im Netz.

Gestern fanden mehrere Kick-off-Veranstaltungen im Begleitstudium statt. Das ist an sich nichts Neues, gibt es doch Semester für Semester neue (studentische) Initiativen, die sich mit unserer Hilfe zusammentun oder von allein den co-curricularen Rahmen für Projektarbeit suchen. Dabei stehen immer die Studierenden und ihr überfachlicher Kompetenzgewinn im Fokus. In letzter Zeit kommt es jedoch häufiger vor, dass wissenschaftliche Mitarbeiter nicht nur das Mentoring, sondern auch die inhaltliche Leitung der Projekte übernehmen. Im Hinblick auf die Kompetenzentwicklung der Studierenden ist das nicht so dramatisch: Gerade zu Beginn eines Projekts wird der Mentor stark eingefordert und ist integraler Bestandteil des Teams. Leitungsfunktionen (und Rollen überhaupt) bilden sich erst langsam bei den Studierenden aus und können sich aufgrund des natürlichen Projektverlaufs laufend verändern. Ich sehe jedoch neue Anforderungen auf die Lehrenden durch die wachsende Zahl an Begleitstudiumsangeboten zukommen, denn sie müssen von ihrem Selbstverständnis eine ganz andere Rolle während dieser Projektarbeit einnehmen. So unterscheidet sich ihre Rolle beispielsweise auch von der Projektarbeit im Seminar: Während ich als Coach in einem Projektseminar einen eindeutigen Rahmen schaffe, innerhalb dessen sich die Studierenden bewegen können, muss ich im Begleitstudium darauf achten, möglichst offene Ziele zu geben, ohne dabei zu stark zu lenken. Immerhin sollen Entscheidungen im Team getroffen und nicht “von oben” vorgegeben werden. Dies ist bisweilen schwierig, denn erfahrungsbedingt könnte man den Projekten viel mehr Struktur “verpassen”. Doch darum geht es nicht. Öfters muss ich mir daher selbst auf die Füße treten, die Studieren “einfach machen lassen” und nur bei völlig falschem Vorgehen eingreifen. Anderen Lehrenden geht es ähnlich. Aufgrund der persönlichen Eindrücke sehe ich daher eine neue Anforderung auf das Begleitstudium zukommen, nämlich gewissermaßen eine Train-the-Trainer-Maßnahme, die über ein reines Informationsangebot über Chancen und Grenzen hinausgeht. Sensibilisierung für die unterschiedlichen Erwartungen und Bedürfnisse sowie für die Rollenthematik scheinen mir hier ein wichtige Stichworte, ohne bereits genau zu wissen, wie man dies möglichst elaboriert in einem Workshop vermitteln könnte. Erste Anforderungen haben Hannah und ich jedenfalls gleich nach den gestrigen Veranstaltungen diskutiert (praktisch, das mit dem geteilten Schreibtisch!).

Kategorien

Archive

Sandra @ Twitter

Error: Please make sure the Twitter account is public.

Sandra @ del.icio.us

RSS Sandra @ Twitter

  • Es gab einen Fehler, vermutlich ist der Feed nicht verfügbar. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.